Studienfinanzierung - Der komplette Guide 2026
Alles über Studienfinanzierung in Deutschland: BAföG-Anspruch, Stipendien, Studienkredite, Werkstudent und Steuertipps. Mit kostenlosen Rechnern.
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Ein Studium in Deutschland kostet durchschnittlich 930-1.100 Euro pro Monat. Dieser Guide zeigt Ihnen alle Finanzierungsmöglichkeiten - von BAföG und Stipendien über Studienkredite bis zum Werkstudentenjob - und hilft Ihnen, die optimale Strategie für Ihre Situation zu finden.
Studienfinanzierung in Deutschland - Alle Optionen im Überblick
Ein Studium in Deutschland ist im internationalen Vergleich günstig - Studiengebühren gibt es an öffentlichen Hochschulen seit 2014 nicht mehr (mit Ausnahme von Baden-Württemberg für Nicht-EU-Ausländer und Langzeitstudierende). Dennoch kostet das Studentenleben Geld: Laut dem 22. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks geben Studierende durchschnittlich 930-1.100 Euro pro Monat aus - für Miete, Lebensmittel, Krankenversicherung, Semesterbeitrag und Lernmaterialien.
Über ein Bachelor-Studium (6 Semester) summiert sich das auf 33.500-39.600 Euro, bei einem anschließenden Master kommen weitere 22.300-26.400 Euro hinzu. In teuren Universitätsstädten wie München, Frankfurt oder Hamburg liegen die Kosten noch deutlich höher - allein die Warmmiete für ein WG-Zimmer kann dort 600-800 Euro betragen. Die gute Nachricht: Es gibt zahlreiche Finanzierungsquellen, die sich auch kombinieren lassen.
Dieser Guide gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über alle Möglichkeiten der Studienfinanzierung: von BAföG über Stipendien bis hin zu Studienkrediten und Werkstudententätigkeit. Nutzen Sie unsere kostenlosen Rechner, um Ihren BAföG-Anspruch, Ihr Nettoeinkommen als Werkstudent und Ihre optimale Sparstrategie zu berechnen.
BAföG - Die wichtigste Säule der Studienfinanzierung
BAföG-Grundlagen: Das Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) ist die staatliche Studienfinanzierung in Deutschland. Der BAföG-Höchstsatz liegt 2026 bei 992 Euro pro Monat für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen. Davon entfallen 452 Euro auf den Grundbedarf, 380 Euro auf die Wohnpauschale und 122 Euro auf den Kranken- und Pflegeversicherungszuschlag (ab 30 Jahre). Das BAföG wird zur Hälfte als Zuschuss (geschenkt) und zur Hälfte als zinsloses Darlehen gewährt.
Wer hat Anspruch auf BAföG? Grundsätzlich haben alle deutschen Staatsbürger und viele Ausländer mit Aufenthaltsrecht Anspruch auf BAföG. Die Förderung hängt vom Einkommen der Eltern ab - je höher deren Verdienst, desto geringer die Förderung. Bei einem Eltern-Bruttoeinkommen von unter ca. 45.000 Euro pro Jahr (bei einem Kind) erhält man in der Regel den Höchstsatz. Die Freibeträge wurden 2024 um 5,25% angehoben. Auch eigenes Vermögen wird angerechnet - der Freibetrag liegt bei 15.000 Euro für unter 30-Jährige.
BAföG-Rückzahlung: Das BAföG-Darlehen muss 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer zurückgezahlt werden, in monatlichen Raten von mindestens 130 Euro. Die maximale Rückzahlungssumme ist auf 10.010 Euro gedeckelt - selbst wenn Sie mehr erhalten haben. Bei einem Monatsgehalt unter 1.605 Euro netto (2026) können Sie eine Freistellung beantragen. Eine vorzeitige Rückzahlung wird mit einem Nachlass belohnt: Bei Zahlung des gesamten Betrags auf einmal erhalten Sie bis zu 50% Erlass.
BAföG-Antrag stellen: Der Antrag wird beim zuständigen Studentenwerk eingereicht - idealerweise online über BAföG-Digital. Stellen Sie den Antrag so früh wie möglich, am besten 2-3 Monate vor Semesterbeginn, da die Bearbeitung 6-10 Wochen dauern kann. BAföG wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern ab dem Monat der Antragstellung. Benötigte Unterlagen: Immatrikulationsbescheinigung, Einkommensnachweise der Eltern, eigene Vermögensnachweise und Mietvertrag. Nutzen Sie unseren BAföG-Rechner, um Ihren voraussichtlichen Anspruch zu berechnen.
Stipendien - Geschenktes Geld fürs Studium
Deutschlandstipendium: Das bekannteste leistungsbasierte Stipendium ist das Deutschlandstipendium mit 300 Euro pro Monat (zur Hälfte vom Bund und zur Hälfte von privaten Stiftern finanziert). Es wird unabhängig vom BAföG gezahlt und nicht auf dieses angerechnet. Kriterien sind gute Studienleistungen, gesellschaftliches Engagement und besondere persönliche Leistungen. Rund 28.000 Studierende erhalten das Deutschlandstipendium - die Bewerbung erfolgt direkt bei der Hochschule.
Begabtenförderungswerke: Die 13 großen Begabtenförderungswerke (z.B. Studienstiftung des deutschen Volkes, Friedrich-Ebert-Stiftung, Konrad-Adenauer-Stiftung) vergeben großzügige Stipendien von bis zu 1.148 Euro pro Monat (Grundstipendium 649 Euro + Studienkostenpauschale 300 Euro + Familienzuschlag). Die Förderung umfasst neben dem Geld auch ideelle Förderung: Seminare, Mentoring, Netzwerke und Auslandsaufenthalte. Entgegen dem weit verbreiteten Mythos muss man kein Überflieger sein - soziales Engagement und Persönlichkeit zählen ebenso.
Weitere Stipendienquellen: Neben den großen Förderwerken gibt es tausende kleinere Stipendien: Firmenstipendien (z.B. von Bosch, Siemens, SAP), regionale Stiftungen, fachspezifische Förderungen und Stipendien für besondere Zielgruppen (Erstakademiker, Studierende mit Migrationshintergrund, alleinerziehende Studierende). Plattformen wie myStipendium.de listen über 3.200 Stipendienprogramme mit einem Gesamtvolumen von über 610 Millionen Euro pro Jahr. Die Bewerbung lohnt sich in jedem Fall - viele Stipendien sind unterdotiert, da sich zu wenige bewerben.
Tipps für eine erfolgreiche Stipendien-Bewerbung: Bewerben Sie sich bei mehreren Stipendien gleichzeitig, um Ihre Chancen zu erhöhen. Starten Sie früh - viele Programme haben Bewerbungsfristen im Frühjahr für das Wintersemester. Betonen Sie neben Noten auch Engagement, Praktika und besondere Lebensumstände. Ein überzeugender Lebenslauf und ein gut formuliertes Motivationsschreiben sind entscheidend. Lassen Sie Ihre Bewerbung von anderen Personen gegenlesen.
Studienkredite - Wenn BAföG und Stipendien nicht reichen
KfW-Studienkredit: Der bekannteste Studienkredit in Deutschland ist der KfW-Studienkredit (Programm 174). Er wird unabhängig vom Einkommen der Eltern gewährt und bietet monatliche Auszahlungen von 100-650 Euro. Der variable Zinssatz liegt 2026 bei ca. 6,5-7,0% (deutlich gestiegen seit 2022). Die Auszahlungsphase dauert maximal 14 Semester, gefolgt von einer tilgungsfreien Karenzphase von 6-23 Monaten. Die Rückzahlungsphase beträgt maximal 25 Jahre. Der KfW-Kredit kann mit BAföG kombiniert werden.
Bildungskredit der Bundesregierung: Ergänzend zum BAföG gibt es den Bildungskredit des Bundesverwaltungsamts für fortgeschrittene Studierende (ab dem 3. Semester oder im Master). Er bietet bis zu 300 Euro monatlich für maximal 24 Monate (Gesamtvolumen max. 7.200 Euro). Der Zinssatz ist deutlich günstiger als beim KfW-Kredit (ca. 1,0-1,5%). Die Rückzahlung beginnt 4 Jahre nach der ersten Auszahlung in monatlichen Raten von 120 Euro. Der Bildungskredit ist einkommensunabhängig und wird nicht auf das BAföG angerechnet.
Studienkredite privater Banken: Einige Banken bieten eigene Studienkredite an, die oft flexiblere Konditionen haben, aber in der Regel teurer sind als staatliche Angebote. Deutsche Bank, Sparkassen und Volksbanken haben eigene Programme. Vergleichen Sie sorgfältig: den effektiven Jahreszins, Auszahlungsmodalitäten, Karenzzeit und Rückzahlungsbedingungen. Vorsicht vor unseriösen Angeboten mit versteckten Gebühren. Im Zweifelsfall ist die Kombination aus BAföG und Bildungskredit fast immer günstiger als ein privater Studienkredit.
Schulden nach dem Studium vermeiden: Bevor Sie einen Kredit aufnehmen, prüfen Sie alle anderen Optionen: BAföG (zur Hälfte geschenkt), Stipendien (komplett geschenkt), Werkstudentenjob (eigenes Einkommen) und Unterstützung der Eltern. Wenn ein Kredit nötig ist, leihen Sie nur so viel wie unbedingt nötig und beginnen Sie die Rückzahlung so früh wie möglich. Bei einem KfW-Kredit von 500 Euro/Monat über 6 Semester (36 Monate) schulden Sie nach dem Studium rund 18.000 Euro plus Zinsen. Nutzen Sie unseren Zinseszins-Rechner, um die Gesamtkosten zu berechnen.
Werkstudent - Studium und Praxis verbinden
Werkstudenten-Regelung: Als Werkstudent dürfen Sie bis zu 20 Stunden pro Woche während der Vorlesungszeit arbeiten (in den Semesterferien unbegrenzt). Der große Vorteil: Sie sind von der Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherungspflicht befreit - nur der Rentenversicherungsbeitrag (9,3% Arbeitnehmeranteil) fällt an. Dadurch bleibt deutlich mehr Netto vom Brutto als bei einem regulären Angestelltenverhältnis. Werkstudenten verdienen je nach Branche und Stadt 13-22 Euro pro Stunde.
Verdienstmöglichkeiten: Bei 20 Stunden pro Woche und einem Stundenlohn von 15 Euro verdienen Sie 1.300 Euro brutto monatlich. Davon bleiben nach Abzug der Rentenversicherung und Lohnsteuer (bei Steuerklasse 1) rund 1.100-1.150 Euro netto. In der IT-Branche oder im Ingenieurwesen sind Stundenlöhne von 18-25 Euro üblich, was monatlich 1.560-2.170 Euro brutto ergibt. Achtung: Verdienen Sie mehr als 538 Euro monatlich, entfällt die Familienversicherung bei der Krankenkasse - Sie müssen sich dann studentisch selbst versichern (ca. 115 Euro/Monat).
BAföG und Werkstudentenjob kombinieren: BAföG-Empfänger dürfen im Bewilligungszeitraum (12 Monate) bis zu 6.456 Euro brutto hinzuverdienen (538 Euro/Monat im Durchschnitt), ohne dass das BAföG gekürzt wird. Verdienen Sie mehr, wird der übersteigende Betrag auf das BAföG angerechnet. Strategisch klug: Verdienen Sie in den Semesterferien mehr (z.B. Vollzeit) und während des Semesters weniger, solange der Jahresschnitt unter 538 Euro/Monat bleibt.
Karrierevorteile der Werkstudententätigkeit: Neben dem Einkommen bietet eine Werkstudentenstelle wertvolle Berufserfahrung und Kontakte für den späteren Berufseinstieg. Studien zeigen, dass Absolventinnen und Absolventen mit relevanter Werkstudenten-Erfahrung 15-20% höhere Einstiegsgehälter erzielen. Viele Unternehmen übernehmen ihre Werkstudenten nach dem Studium in Festanstellung. Achten Sie darauf, dass der Job fachlich zu Ihrem Studium passt - relevante Praxiserfahrung ist wertvoller als ein höherer Stundenlohn in einer fachfremden Tätigkeit.
Steuertipps für Studierende
Steuererklärung als Student - lohnt sich das? Eindeutig ja, besonders im Zweitstudium (Master) oder bei vorherigem Berufsabschluss. Im Erststudium (Bachelor ohne vorherige Ausbildung) können Studienkosten als Sonderausgaben bis 6.000 Euro/Jahr abgesetzt werden. Im Zweitstudium gelten sie als Werbungskosten - ohne Obergrenze und mit der Möglichkeit, Verluste vorzutragen. Das bedeutet: Die im Studium angesammelten Verluste werden mit dem ersten Gehalt nach dem Studium verrechnet und senken die Steuerlast erheblich.
Was können Studierende absetzen? Absetzbare Kosten umfassen: Semesterbeiträge (200-350 Euro/Semester), Fachliteratur und Lernmaterialien, Computer und Software (bei Nutzung > 90% fürs Studium voll absetzbar), Fahrtkosten zur Uni (Entfernungspauschale: 30 Cent/km, ab 21. km: 38 Cent/km), Arbeitszimmer bei Home-Office, Kontoführungsgebühren (pauschal 16 Euro), Bewerbungskosten, Praktikumskosten und Auslandssemester-Kosten (Reise, Unterkunft, Sprachkurs). Bei einem Master-Studium können so schnell 8.000-15.000 Euro jährlich an Verlusten zusammenkommen.
Verlustvortrag nutzen: Der Verlustvortrag ist der wertvollste Steuertrick für Studierende im Zweitstudium. Angenommen, Sie studieren 4 Semester Master und haben jährlich 10.000 Euro absetzbare Kosten bei geringem Einkommen. Die 20.000 Euro Verlust werden vorgetragen und mit Ihrem ersten Gehalt nach dem Studium verrechnet. Bei einem Einstiegsgehalt von 50.000 Euro brutto senkt der Verlustvortrag Ihre Steuerlast im ersten Berufsjahr um rund 5.000-6.000 Euro. Dieses Geld verschenken viele Absolventen, weil sie keine Steuererklärung machen.
Minijob und Steuern: Einkünfte aus einem Minijob (bis 538 Euro/Monat) sind pauschal versteuert und müssen nicht in der Steuererklärung angegeben werden. Bei einem Werkstudentenjob mit höherem Verdienst wird Lohnsteuer einbehalten, die Sie sich über die Steuererklärung teilweise oder ganz zurückholen können - besonders wenn Ihr Jahreseinkommen unter dem Grundfreibetrag von 12.084 Euro (2026) liegt. Nutzen Sie unseren Steuer-Rechner, um Ihre voraussichtliche Steuererstattung zu berechnen.
Spartipps und Budget-Planung fürs Studium
Monatliches Budget erstellen: Ein realistisches Budget ist die Grundlage für eine stressfreie Studienfinanzierung. Die größten Posten sind: Miete (350-700 Euro je nach Stadt und Wohnform), Lebensmittel (200-300 Euro), Krankenversicherung (0-115 Euro, je nach Familienversicherung), Semesterbeitrag (umgerechnet 30-60 Euro/Monat), Mobilität (0-50 Euro mit Semesterticket oder Deutschlandticket), Freizeit und Kultur (50-100 Euro) und Lernmaterialien (20-50 Euro). Nutzen Sie unseren Haushaltsbudget-Rechner für eine individuelle Planung.
Wohnkosten senken: Die Miete ist der größte Posten im Studentenbudget. Strategien zur Senkung: Studentenwohnheime bieten die günstigsten Mieten (200-400 Euro warm), sind aber oft schwer zu bekommen - bewerben Sie sich frühzeitig. WG-Zimmer sind günstiger als Einzelwohnungen. Wohnen in Vororten mit guter ÖPNV-Anbindung spart 100-200 Euro im Vergleich zur Innenstadtlage. Das Modell "Wohnen für Hilfe" bietet Senioren oder Familien Unterstützung gegen günstigen Wohnraum. Untermiete während Auslandssemestern kann die Kosten für die eigene Wohnung decken.
Studenten-Rabatte nutzen: Mit dem Studentenausweis sparen Sie bei vielen Angeboten: ISIC-Karte für internationale Rabatte, Studentenabos für Software (Microsoft 365, Adobe Creative Cloud kostenlos oder stark vergünstigt), Amazon Prime Student (50% günstiger), Spotify und Apple Music Student-Tarife, ermäßigte Eintrittskarten für Museen, Kinos und Theater, günstigere Kontomodelle bei Banken (oft kostenlose Kontoführung und Kreditkarte) und vergünstigte Mitgliedschaften im Hochschulsport. Diese Rabatte summieren sich leicht auf 500-1.000 Euro Ersparnis pro Jahr.
Langfristig denken - Sparen während des Studiums: Auch mit kleinem Budget lohnt es sich, frühzeitig mit dem Sparen zu beginnen. Schon 25-50 Euro monatlich in einen ETF-Sparplan investiert, können über 30 Jahre zu einem beachtlichen Vermögen anwachsen (bei 7% durchschnittlicher Rendite: 25 Euro/Monat = ca. 30.000 Euro). Viele Broker bieten kostenlose Sparpläne ab 1 Euro an. Der Zinseszinseffekt belohnt frühes Anfangen - jedes Jahr, das Sie früher starten, macht einen enormen Unterschied. Nutzen Sie unseren Zinseszins-Rechner, um das Potenzial zu berechnen.
📑Inhaltsverzeichnis
- 🎓Studienfinanzierung in Deutschland - Alle Optionen im Überblick
- 🏛️BAföG - Die wichtigste Säule der Studienfinanzierung
- 🏅Stipendien - Geschenktes Geld fürs Studium
- 🏦Studienkredite - Wenn BAföG und Stipendien nicht reichen
- 💻Werkstudent - Studium und Praxis verbinden
- 📋Steuertipps für Studierende
- 💡Spartipps und Budget-Planung fürs Studium
BAföG vs. Studienkredit vs. Werkstudent
Welche Finanzierungsquelle passt am besten zu Ihrer Situation?
BAföG
✓Vorteile
- •Zur Hälfte geschenkt (Zuschuss)
- •Zinsloses Darlehen für die andere Hälfte
- •Rückzahlung auf 10.010 Euro gedeckelt
- •Freistellung bei geringem Einkommen möglich
- •Rabatt bei vorzeitiger Rückzahlung (bis 50%)
- •Fördert Fokus aufs Studium
✗Nachteile
- •Abhängig vom Elterneinkommen
- •Bürokratischer Antragsprozess
- •Bearbeitungszeit 6-10 Wochen
- •Vermögensanrechnung ab 15.000 Euro
- •Förderungshöchstdauer begrenzt (Regelstudienzeit)
- •Leistungsnachweise erforderlich (nach 4. Semester)
🎯Ideal für
Studierende aus einkommensschwachen Familien, die sich voll auf das Studium konzentrieren möchten
Studienkredit (KfW)
✓Vorteile
- •Einkommensunabhängig - jeder kann ihn beantragen
- •Flexibler Auszahlungsbetrag (100-650 Euro/Monat)
- •Kombinierbar mit BAföG und Werkstudentenjob
- •Karenzphase nach dem Studium
- •Lange Rückzahlungsdauer (bis 25 Jahre)
- •Kein Leistungsnachweis erforderlich
✗Nachteile
- •Zinsen von ca. 6,5-7,0% (2026) - relativ hoch
- •Muss vollständig zurückgezahlt werden
- •Schuldenbelastung nach dem Studium
- •Variable Zinsen können steigen
- •Nur für unter 45-Jährige
- •Begrenzung auf 14 Semester
🎯Ideal für
Studierende, die keinen BAföG-Anspruch haben und zusätzliche Finanzierung für den Lebensunterhalt benötigen
Werkstudent
✓Vorteile
- •Eigenes Einkommen ohne Schulden
- •Wertvolle Berufserfahrung und Kontakte
- •Steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vorteile
- •Höhere Einstiegsgehälter nach dem Studium (15-20%)
- •Übernahmechancen beim Arbeitgeber
- •Praktische Ergänzung zur Theorie
✗Nachteile
- •Zeitaufwand (20 Stunden/Woche) neben dem Studium
- •Kann Studienzeit verlängern
- •Kann zu Stress und Überlastung führen
- •BAföG-Kürzung bei Einkommen über 538 Euro/Monat
- •Nicht immer fachlich passende Jobs verfügbar
- •Familienversicherung entfällt ab 538 Euro/Monat
🎯Ideal für
Studierende, die Praxiserfahrung sammeln und unabhängig von Schulden und Elternunterstützung studieren möchten
❓Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick
Der BAföG-Höchstsatz liegt 2026 bei 992 Euro pro Monat für Studierende, die nicht bei den Eltern wohnen. Der tatsächliche Betrag hängt vom Einkommen Ihrer Eltern, Ihrem eigenen Vermögen und Ihrer Wohnsituation ab. Bei einem Eltern-Bruttoeinkommen unter ca. 45.000 Euro/Jahr (ein Kind) erhalten Sie in der Regel den Höchstsatz. Nutzen Sie unseren BAföG-Rechner für eine individuelle Berechnung.
BAföG-Empfänger dürfen im Bewilligungszeitraum (12 Monate) bis zu 6.456 Euro brutto hinzuverdienen (durchschnittlich 538 Euro/Monat), ohne dass das BAföG gekürzt wird. Verdienen Sie mehr, wird der überschüssige Betrag auf das BAföG angerechnet. Ein Minijob bis 538 Euro/Monat ist daher die optimale Ergänzung zum BAföG.
Maximal 10.010 Euro, auch wenn Sie insgesamt mehr BAföG erhalten haben. Die Rückzahlung beginnt 5 Jahre nach Ende der Förderungshöchstdauer in monatlichen Raten von mindestens 130 Euro. Bei einem Nettoeinkommen unter 1.605 Euro können Sie eine Freistellung beantragen. Bei vorzeitiger Rückzahlung auf einen Schlag erhalten Sie bis zu 50% Nachlass.
In Deutschland gibt es über 3.200 Stipendienprogramme. Die wichtigsten sind: das Deutschlandstipendium (300 Euro/Monat), die 13 Begabtenförderungswerke (bis 1.148 Euro/Monat), Firmenstipendien von großen Unternehmen, regionale Stiftungen und fachspezifische Förderungen. Plattformen wie myStipendium.de helfen bei der Suche. Tipp: Viele Stipendien sind unterbesetzt - bewerben lohnt sich!
Studierende geben durchschnittlich 930-1.100 Euro pro Monat aus. Über ein Bachelor-Studium (6 Semester / 3 Jahre) summiert sich das auf 33.500-39.600 Euro. Mit Master kommen weitere 22.300-26.400 Euro hinzu. In teuren Städten wie München oder Frankfurt liegen die Kosten 20-30% höher. Die größten Posten sind Miete (40-50%), Lebensmittel (15-20%) und Krankenversicherung (5-10%).
Ja, besonders im Zweitstudium (Master oder nach Berufsausbildung). Im Zweitstudium können Studienkosten als Werbungskosten ohne Obergrenze abgesetzt und als Verlustvortrag in die ersten Berufsjahre mitgenommen werden. Bei 10.000 Euro jährlichen Kosten und 4 Semestern Master ergibt sich eine Steuerersparnis von 5.000-6.000 Euro im ersten Berufsjahr. Im Erststudium sind Sonderausgaben bis 6.000 Euro/Jahr absetzbar.
Werkstudenten verdienen je nach Branche und Stadt 13-25 Euro pro Stunde. Der gesetzliche Mindestlohn liegt 2026 bei 12,82 Euro/Stunde. In IT und Ingenieurwesen sind 18-25 Euro üblich, im kaufmännischen Bereich 14-18 Euro. Bei 20 Stunden/Woche und 15 Euro/Stunde verdienen Sie rund 1.100 Euro netto monatlich dank der günstigen Werkstudenten-Regelung (keine KV-/AV-Beiträge).
Ja, BAföG und der KfW-Studienkredit können kombiniert werden. Der KfW-Kredit wird nicht auf das BAföG angerechnet. Auch der Bildungskredit der Bundesregierung ist mit BAföG kombinierbar und wird nicht angerechnet. So können Sie bei Bedarf BAföG (bis 992 Euro), Bildungskredit (bis 300 Euro) und KfW-Kredit (bis 650 Euro) gleichzeitig beziehen. Bedenken Sie aber die Gesamtschuldenbelastung nach dem Studium.
Die kostenlose Familienversicherung über die Eltern entfällt, wenn Sie mehr als 538 Euro monatlich verdienen (Minijob-Grenze) oder älter als 25 Jahre sind. Danach müssen Sie sich studentisch selbst versichern (ca. 115 Euro/Monat für Kranken- und Pflegeversicherung). Ab 30 Jahren oder nach dem 14. Fachsemester endet auch die studentische Versicherung - dann wird die freiwillige Versicherung deutlich teurer (ca. 200-250 Euro/Monat).
Die wichtigsten Förderungen für Auslandssemester sind: Auslands-BAföG (oft höher als Inlands-BAföG, z.B. bis 1.079 Euro in EU-Ländern), ERASMUS+-Stipendium (250-600 Euro/Monat je nach Land), DAAD-Stipendien für Nicht-EU-Länder, Bildungskredit und Stipendien der Gastländer. Wichtig: Beantragen Sie Auslands-BAföG auch dann, wenn Sie im Inland keinen Anspruch haben - die höheren Freibeträge und Zuschläge können einen Anspruch begründen.
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