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Zuletzt aktualisiert: 11. Oktober 2026

Wohngeld-Rechner 2026 - Anspruch & Höhe Online Berechnen

Berechnen Sie schnell und kostenlos Ihren Wohngeld-Anspruch nach dem aktuellen Wohngeldgesetz (Stand 2026). Mit allen Mietstufen, Einkommensgrenzen und Heizkosten-Komponente. Für Mieter und Eigentümer in Deutschland.

Wohngeld-Rechner

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Geschätztes Wohngeld/Monat:0,00 €
Wohngeld/Jahr:0,00 €
Höchstbetrag inkl. Klimakomponente:475,20 €
Berücksichtigte Miete inkl. Heizkostenentlastung:0,00 €
WoGG 2026: Berechnung nach der Wohngeldformel (§ 19 WoGG) mit den seit 1. Januar 2025 geltenden Höchstbeträgen. Maßgeblich ist das wohngeldrechtliche Gesamteinkommen aller Haushaltsmitglieder (Bruttoeinkommen abzüglich Werbungskosten und pauschaler Abzüge von 10 bis 30 %). Beträge unter 10 € werden nicht ausgezahlt. Verbindlich entscheidet die Wohngeldstelle.

Quellen & Referenzen

  • •
    Grunderwerbsteuergesetz (GrEStG) — Bundesministerium der Finanzen

    Grunderwerbsteuersätze nach Bundesland

  • •
    Beurkundungsgesetz — Bundesnotarkammer

    Notarkosten und Beurkundungsgebühren

  • •
    Grundbuchordnung (GBO) — Bundesministerium der Justiz

    Grundbuchgebühren und Eintragungskosten

Unsere Berechnungen basieren auf offiziellen Quellen und wissenschaftlichen Standards.

⚠️ Rechtlicher Hinweis: Dieser Rechner dient nur der Orientierung und ersetzt keine professionelle Steuer-, Rechts- oder Finanzberatung. Alle Berechnungen sind unverbindliche Schätzungen. Für verbindliche Auskünfte wenden Sie sich an einen Steuerberater, Rechtsanwalt oder die zuständige Behörde.

Wohngeld 2026 - Schnellübersicht

  • Wohngeld-Plus (seit 2023): Ø ca. 370€
  • Mietstufen: I-VII (Region)
  • Heizkosten: 110,40€ (1 Pers.) bis 225,40€ (5 Pers.) zusätzlich berücksichtigt
  • Klimabonus: Für effiziente Gebäude
  • Berechtigte: Ca. 2 Mio. Haushalte

Was ist Wohngeld? Das deutsche Wohngeldsystem erklärt

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten, der einkommensschwächeren Haushalten in Deutschland hilft, angemessenen Wohnraum zu bezahlen. Es wird als Mietzuschuss für Mieter oder als Lastenzuschuss für Eigentümer von selbstgenutztem Wohneigentum gewährt.

Das Wohngeld ist eine der wichtigsten Sozialleistungen in Deutschland und unterstützt Menschen, deren Einkommen für den Lebensunterhalt ausreicht, aber nicht für die Wohnkosten. Im Gegensatz zum Bürgergeld werden beim Wohngeld nur die Wohnkosten bezuschusst – der Haushalt muss eigenständig für den Lebensunterhalt aufkommen können.

Die Wohngeldreform 2023 - Das Wohngeld-Plus

Seit dem 1. Januar 2023 gilt das reformierte Wohngeldgesetz (WoGG), das die größte Wohngeldreform seit Jahrzehnten darstellt. Zum 1. Januar 2025 wurden die Beträge zuletzt angehoben:

  • Erhöhung um durchschnittlich rund 190€ pro Monat auf etwa 370€ (etwa Verdopplung)
  • Rund 2 Millionen Haushalte profitieren laut Bundesbauministerium von der Reform
  • Heizkostenkomponente dauerhaft integriert (110,40€ für 1 Person bis 225,40€ für 5 Personen)
  • Klimakomponente als pauschaler Zuschlag auf die Miethöchstbeträge (ohne Nachweis)
  • Regelmäßige Anpassung an Miet- und Einkommensentwicklung

Wer hat Anspruch auf Wohngeld? Voraussetzungen 2026

Grundsätzlich können alle Mieter und Eigentümer in Deutschland Wohngeld beantragen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen:

Grundvoraussetzungen für Wohngeld

  • ✓Wohnsitz in Deutschland: Hauptwohnsitz mit Meldung beim Einwohnermeldeamt
  • ✓Ausreichendes Mindesteinkommen: Ihr Einkommen muss für Lebenshaltung (ohne Miete) reichen
  • ✓Nicht zu hohes Einkommen: Ihr Einkommen liegt unter der Wohngeld-Grenze
  • ✓Keine vorrangigen Leistungen: Sie beziehen kein Bürgergeld, BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe
  • ✓Angemessene Wohnkosten: Ihre Miete liegt nicht extrem über dem Ortsdurchschnitt

Wer ist vom Wohngeld ausgeschlossen?

Wichtige Ausschlussgründe

  • Bürgergeld-Empfänger: Wohnkosten werden bereits vom Jobcenter übernommen
  • BAföG-Empfänger: BAföG enthält bereits Wohnpauschale (außer bei Wohnen bei Eltern)
  • Berufsausbildungsbeihilfe: Auch hier sind Wohnkosten enthalten
  • Sozialhilfe-Bezieher: Wohnkosten werden vom Sozialamt getragen
  • Asylbewerberleistungen: Solange diese Leistungen gezahlt werden

Merke: Wer Transferleistungen bezieht, die bereits Wohnkosten abdecken, kann kein Wohngeld erhalten.

Wie wird Wohngeld berechnet? Die Wohngeld-Formel

Die Höhe des Wohngeldes wird nach einer komplexen gesetzlichen Formel berechnet, die drei Hauptfaktoren berücksichtigt:

1

Haushaltsgröße

Anzahl der Familienmitglieder, die in der Wohnung leben und gemeinsam wirtschaften

2

Gesamteinkommen

Summe aller Einkommen aller Haushaltsmitglieder nach Abzug von Freibeträgen

3

Mietstufe

Einstufung der Gemeinde nach lokalem Mietpreisniveau (Stufe I-VII)

Die Wohngeld-Formel nach § 19 WoGG

Gesetzliche Formel (§ 19 Abs. 1 WoGG):

Wohngeld = 1,15 × (M − (a + b × M + c × Y) × Y)

  • M = Zu berücksichtigende monatliche Miete (höchstens Höchstbetrag der Mietstufe plus Klimakomponente, zuzüglich Heizkostenentlastung)
  • Y = Monatliches Gesamteinkommen des Haushalts nach den Abzügen des WoGG
  • a, b, c = Gesetzliche Werte nach Anlage 2 WoGG (variieren nach Haushaltsgröße)

Beispiel: 1 Person, Mietstufe III, 500 € Bruttokaltmiete, 1.200 € Gesamteinkommen: M = 456 € + 19,20 € + 110,40 € = 585,60 €; Wohngeld = 1,15 × (585,60 − (0,04 + 0,0004797 × 585,60 + 0,0000408 × 1.200) × 1.200) = rund 163 €. Das Ergebnis wird auf volle Euro gerundet; Beträge unter 10 € werden nicht ausgezahlt.

Mietstufen in Deutschland: Was bedeuten sie?

Deutschland ist in sieben Mietstufen eingeteilt, die das regionale Mietpreisniveau widerspiegeln. Die Mietstufe bestimmt, welcher maximale Mietbetrag bei der Wohngeldberechnung berücksichtigt wird.

MietstufeMietpreisniveauBeispielstädteMax. Miete (2 Pers.)
ISehr niedrigLändliche Gebiete Ost437 €
IINiedrigKleinstädte493 €
IIIMittelHannover, Dortmund551 €
IVErhöhtNürnberg, Bremen619 €
VHochHamburg, Köln680 €
VISehr hochStuttgart, Düsseldorf745 €
VIIExtrem hochMünchen, Frankfurt820 €

Ihre Mietstufe herausfinden

Die Mietstufe Ihrer Gemeinde finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen oder bei Ihrer örtlichen Wohngeldstelle.

Wichtig: Wenn Ihre tatsächliche Miete höher ist als die maximale Miete Ihrer Mietstufe, wird nur der Höchstbetrag für die Wohngeldberechnung berücksichtigt.

Welches Einkommen zählt beim Wohngeld?

Beim Wohngeld wird das Gesamteinkommen aller Haushaltsmitglieder berücksichtigt. Dabei handelt es sich um das bereinigte Einkommen nach verschiedenen Abzügen.

Einkünfte, die zum Wohngeld-Einkommen zählen:

  • •Einkommen aus unselbstständiger Arbeit: Gehalt, Lohn, Weihnachtsgeld, Zulagen
  • •Einkommen aus selbstständiger Arbeit: Gewinn nach Betriebsausgaben
  • •Renten und Pensionen: Gesetzliche Rente, Betriebsrente, private Rente
  • •Unterhaltszahlungen: Kindesunterhalt, Ehegattenunterhalt
  • •Nicht angerechnet: Kindergeld und Kinderzuschlag bleiben beim Wohngeld außer Betracht
  • •Kapitalerträge: Zinsen, Dividenden (über Freibetrag)
  • •Mieteinnahmen: Aus vermieteten Immobilien (nach Abzügen)
  • •Arbeitslosengeld I: Leistungen der Arbeitslosenversicherung

Absetzbare Beträge vom Bruttoeinkommen:

  • Steuern: Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag, Kirchensteuer
  • Sozialversicherungsbeiträge: Renten-, Kranken-, Pflege-, Arbeitslosenversicherung
  • Werbungskostenpauschale: 1.230€ pro Jahr (bzw. höhere nachgewiesene Kosten)
  • Freibeträge für Schwerbehinderte: Je nach Grad der Behinderung 1.440€-3.840€/Jahr
  • Alleinerziehenden-Freibetrag: Zusätzliche Abzüge für Alleinerziehende
  • Kinderbetreuungskosten: Unter bestimmten Voraussetzungen absetzbar

Einkommen, die NICHT zählen:

  • ○Grundrente: Der Grundrentenzuschlag wird nicht angerechnet
  • ○Pflegegeld: Für Pflegebedürftige oder pflegende Angehörige
  • ○Elterngeld: Bis 300€ monatlich (darüber hinaus wird es angerechnet)
  • ○Blindengeld: Leistungen für Blinde und Sehbehinderte
  • ○Opferentschädigungsrente: Nach dem Opferentschädigungsgesetz

Beispielrechnung: Bereinigtes Einkommen

Bruttoeinkommen (Arbeitnehmer): 2.500€/Monat

Abzüglich Steuern: -400€

Abzüglich Sozialversicherung: -500€

Abzüglich Werbungskosten (Pauschale): -103€ (1.230€/12)

Bereinigtes Einkommen: 2.500€ - 400€ - 500€ - 103€ = 1.497€

Dieses bereinigte Einkommen fließt in die Wohngeldberechnung ein.

Wohngeld beantragen: So geht's Schritt für Schritt

Der Wohngeldantrag wird bei der Wohngeldstelle Ihrer Stadt oder Gemeinde gestellt. In vielen Kommunen ist auch ein Online-Antrag möglich.

Schritt-für-Schritt Anleitung

1

Wohngeldstelle finden

Suchen Sie die Wohngeldstelle Ihrer Stadt oder Gemeinde (meist im Rathaus oder Bürgeramt). Terminvereinbarung oft erforderlich.

2

Antrag herunterladen oder online ausfüllen

Formular online verfügbar oder vor Ort abholen. Viele Kommunen bieten digitale Anträge an.

3

Unterlagen zusammenstellen

Einkommensnachweise (12 Monate), Mietvertrag, Meldebestätigung, ggf. Schwerbehindertenausweis, Kontoauszüge für Nebeneinkünfte.

4

Antrag vollständig ausfüllen

Alle Haushaltsmitglieder angeben, Einkommen detailliert aufschlüsseln, Miete/Belastung eintragen.

5

Antrag einreichen

Persönlich, per Post oder online. Bei persönlicher Abgabe können Rückfragen direkt geklärt werden.

6

Bearbeitung abwarten

Bearbeitungszeit: 4-8 Wochen. Wohngeld wird ab Antragsmonat gezahlt, daher rechtzeitig beantragen!

7

Bescheid erhalten

Sie erhalten einen Bewilligungsbescheid mit Höhe und Dauer des Wohngeldes (meist 12 Monate).

Benötigte Unterlagen für den Wohngeldantrag

Für alle Antragsteller

  • ✓ Personalausweis oder Reisepass
  • ✓ Meldebestätigung (aktuell)
  • ✓ Mietvertrag (vollständig)
  • ✓ Kontoauszüge Mietzahlungen (3 Monate)
  • ✓ Nachweis über Betriebskosten

Einkommensnachweise

  • ✓ Gehaltsabrechnungen (12 Monate)
  • ✓ Rentenbescheid (aktuell)
  • ✓ Einkommensteuerbescheid (bei Selbstständigen)
  • ✓ Kindergeldbescheid
  • ✓ Unterhaltsvereinbarung

Bei Eigentümern zusätzlich

  • ✓ Grundbuchauszug
  • ✓ Darlehensbescheinigung der Bank
  • ✓ Nachweis über Nebenkosten
  • ✓ Bescheinigung über Wohnfläche

Sonderfälle

  • ✓ Schwerbehindertenausweis (falls vorhanden)
  • ✓ Nachweise über Ausbildung/Studium
  • ✓ Arbeitsvertrag (bei neuem Job)
  • ✓ Bescheinigung über Krankengeld

Wichtige Hinweise zum Wohngeldantrag

  • Nicht rückwirkend: Wohngeld wird erst ab dem Monat der Antragstellung gezahlt!
  • Nachreichung möglich: Antrag auch einreichen, wenn noch nicht alle Unterlagen vorliegen
  • Bewilligungszeitraum: Meist 12 Monate, dann muss neu beantragt werden
  • Änderungspflicht: Einkommensänderungen müssen der Wohngeldstelle gemeldet werden
  • Widerspruchsrecht: Bei Ablehnung können Sie innerhalb eines Monats Widerspruch einlegen

Wohngeld vs. Bürgergeld: Was ist der Unterschied?

Viele Menschen sind unsicher, ob sie Wohngeld oder Bürgergeld(ehemals Hartz IV/Arbeitslosengeld II) beantragen sollten. Die beiden Leistungen schließen sich gegenseitig aus.

KriteriumWohngeldBürgergeld
ZweckNur Zuschuss zu WohnkostenGesamte Lebenshaltung + Wohnung
EinkommenMuss für Lebensunterhalt reichenSehr niedrig oder nicht vorhanden
ZuständigkeitWohngeldstelle (Kommune)Jobcenter
VermögenWird nicht geprüftWird geprüft (Freibeträge)
PflichtenKeine ArbeitspflichtArbeitsvermittlung, Maßnahmen
HöheØ 370€/Monat (nur Wohnung)Regelsatz + Wohnung (komplett)

Faustregel: Wann was beantragen?

Wohngeld beantragen, wenn:
Ihr Einkommen für Essen, Kleidung, Versicherungen etc. ausreicht, aber die Miete schwer zu bezahlen ist. Grob: Ab ca. 1.000€ Nettoeinkommen (Single) bzw. 1.800€ (Paar).

Bürgergeld beantragen, wenn:
Ihr Einkommen nicht für den gesamten Lebensunterhalt reicht, Sie arbeitslos oder geringfügig beschäftigt sind.

Tipp: Lassen Sie im Zweifelsfall beide Stellen prüfen – die richtige Behörde wird Ihnen dann die passende Leistung zuweisen.

Die Wohngeld-Plus-Reform: Alle Neuerungen im Detail

Die Wohngeldreform 2023 (Wohngeld-Plus-Gesetz, in Kraft seit 1. Januar 2023) ist die größte Wohngeldreform seit Jahrzehnten und bringt erhebliche Verbesserungen für Millionen Haushalte in Deutschland. Die Beträge wurden zuletzt zum 1. Januar 2025 angehoben und gelten 2026 unverändert.

Kernpunkte der Reform

1. Deutliche Erhöhung der Leistungen

Das durchschnittliche Wohngeld stieg mit der Reform um rund 190€ auf etwa 370€ pro Monat – etwa eine Verdopplung.

2. Heizkostenzuschlag dauerhaft integriert

Bei der Berechnung wird die Miete dauerhaft um einen pauschalen Betrag zur Entlastung bei den Heizkosten erhöht (§ 12 Abs. 6 WoGG). Das ist kein Auszahlungsbetrag, sondern erhöht die zu berücksichtigende Miete:

  • • 1-Personen-Haushalt: 110,40€/Monat
  • • 2-Personen-Haushalt: 142,60€/Monat
  • • 3-Personen-Haushalt: 170,20€/Monat
  • • 4-Personen-Haushalt: 197,80€/Monat
  • • 5-Personen-Haushalt: 225,40€/Monat (je weiterer Person +27,60€)

3. Klimakomponente

Die Miethöchstbeträge werden pauschal um eine Klimakomponente erhöht (§ 12 Abs. 7 WoGG): 19,20€ für 1 Person, 24,80€ für 2, 29,60€ für 3, 34,40€ für 4 und 39,20€ für 5 Personen. Ein Nachweis über den energetischen Standard des Gebäudes ist nicht nötig. So können höhere Mieten nach energetischen Sanierungen berücksichtigt werden.

4. Erheblich mehr Berechtigte

Durch höhere Einkommensgrenzen profitieren laut Bundesbauministerium rund 2 Millionen Haushalte von der Reform, davon etwa 1,4 Millionen, die erstmals oder wieder einen Anspruch haben. Aktuell beziehen rund 1,2 Millionen Haushalte Wohngeld.

5. Regelmäßige Anpassung

Das Wohngeld wird alle zwei Jahre an die Entwicklung von Mieten und Einkommen angepasst. Die letzte Anpassung gab es zum 1. Januar 2025, die nächste steht turnusgemäß zum 1. Januar 2027 an.

Beispielrechnung 2026

Beispielfall: 2-Personen-Haushalt in Mietstufe V

Situation: Ehepaar, wohngeldrechtliches Gesamteinkommen 1.800€, Bruttokaltmiete 650€

Zu berücksichtigende Miete:

Miete 650€ (Höchstbetrag 680€ + 24,80€ Klimakomponente nicht überschritten)

Heizkostenentlastung: +142,60€

M = 792,60€

Wohngeld nach § 19 WoGG:

1,15 × (792,60 − (0,03 + 0,0003571 × 792,60 + 0,0000304 × 1.800) × 1.800)

= rund 150€/Monat

Bei 2.200€ Gesamteinkommen bestünde in diesem Beispiel kein Anspruch mehr.

Häufige Fehler beim Wohngeldantrag vermeiden

Fehler 1: Zu spät beantragen

Problem: Wohngeld wird nicht rückwirkend gezahlt, sondern erst ab Antragsmonat.

Lösung: Antrag so früh wie möglich stellen, auch wenn noch Unterlagen fehlen. Diese können nachgereicht werden!

Fehler 2: Einkommen falsch angeben

Problem: Bruttoeinkommen statt bereinigtes Einkommen angegeben, oder Einkommen vergessen.

Lösung: Alle Einkommen aller Haushaltsmitglieder auflisten. Bei Unsicherheit: Beratung bei der Wohngeldstelle in Anspruch nehmen.

Fehler 3: Haushaltsgröße falsch berechnen

Problem: Nicht alle im Haushalt lebenden Personen angegeben oder BAföG-Empfänger mitgezählt.

Lösung: Nur Personen zählen, die auch Wohngeld-berechtigt sind. BAföG-, Bürgergeld- und Berufsausbildungsbeihilfe-Empfänger sind ausgeschlossen.

Fehler 4: Änderungen nicht melden

Problem: Einkommenserhöhungen, Auszug von Haushaltsmitgliedern etc. nicht gemeldet.

Lösung: Alle wesentlichen Änderungen (Einkommen, Miete, Haushaltsgröße) unverzüglich der Wohngeldstelle mitteilen. Sonst droht Rückforderung!

Fehler 5: Weiterbewilligung verpassen

Problem: Bewilligungszeitraum (meist 12 Monate) endet, kein neuer Antrag gestellt.

Lösung: Rechtzeitig (2-3 Monate vor Ablauf) Weiterbewilligungsantrag stellen. Viele Wohngeldstellen schicken automatisch eine Erinnerung.

Wohngeld für besondere Personengruppen

Wohngeld für Rentner

Rentner haben grundsätzlich Wohngeld-Anspruch, wenn ihre Rente für den Lebensunterhalt ausreicht, aber die Wohnkosten schwer zu bezahlen sind. Besonders bei kleinen Renten kann Wohngeld die finanzielle Situation deutlich verbessern.

Beispiel: Rentner mit Wohngeldanspruch

Alleinstehende Rentnerin, 72 Jahre

Wohngeldrechtliches Gesamteinkommen: 1.150€/Monat

Kaltmiete: 480€, kalte Nebenkosten: 120€ (Bruttokaltmiete: 600€)

Wohngeldanspruch 2026 (Mietstufe IV): rund 215€/Monat (Höchstbetrag 511€ + 19,20€ Klimakomponente + 110,40€ Heizkostenentlastung)

Nach Abzug von Miete und Wohngeld bleiben: 1.150€ - 600€ + 215€ = 765€ für Heizung und Lebensunterhalt.

Besonderheiten für Rentner

  • Grundrente: Der Grundrentenzuschlag wird beim Wohngeld nicht als Einkommen angerechnet
  • Witwenrente: Zählt zum Gesamteinkommen des Haushalts
  • Betriebsrente: Wird vollständig als Einkommen angerechnet
  • Kapitalerträge: Zinsen und Dividenden über Freibetrag zählen zum Einkommen

Wohngeld für Studenten

Studenten haben grundsätzlich keinen Wohngeld-Anspruch, wenn sie BAföG-berechtigt sind (auch wenn sie kein BAföG beziehen!). Es gibt jedoch Ausnahmen:

Studenten MIT Wohngeld-Anspruch

  • ✓Nicht BAföG-berechtigt: Z.B. Zweitstudium, Altersgrenze überschritten
  • ✓Urlaubssemester: Bei Beurlaubung vom Studium
  • ✓Teilzeitstudium: Wenn kein BAföG-Anspruch besteht
  • ✓Wohngemeinschaft mit Nicht-Studenten: WG-Partner kann Wohngeld für seinen Anteil beantragen

Wohngeld für Geringverdiener und Aufstocker

Wohngeld ist besonders für Geringverdiener (Working Poor) gedacht, deren Einkommen über dem Bürgergeld-Niveau liegt, aber nicht für angemessene Wohnkosten ausreicht.

Wann lohnt sich Wohngeld statt Bürgergeld?

Wohngeld ist oft vorteilhafter, wenn Ihr Einkommen nur knapp nicht für Bürgergeld ausreicht:

  • Mehr Freiheit: Keine Arbeitsvermittlung, keine Maßnahmen, keine Vermögensprüfung
  • Weniger Bürokratie: Nur einmal jährlich Antrag stellen
  • Besseres Image: Wohngeld gilt als "Zuschuss für Arbeitende"
  • Geringere Kontrolle: Keine regelmäßigen Termine beim Jobcenter

Wohngeld für Alleinerziehende

Alleinerziehende profitieren besonders vom Wohngeld, da sie erhöhte Freibeträge beim Einkommen erhalten und die Kinder die Haushaltsgröße (und damit den Wohngeldanspruch) erhöhen.

Beispiel: Alleinerziehende mit 2 Kindern

Alleinerziehende Mutter, 2 Kinder (5 und 8 Jahre)

Wohngeldrechtliches Gesamteinkommen: 1.800€ (Teilzeit); Kindergeld (518€) wird nicht angerechnet

Bruttokaltmiete: 750€, Mietstufe V

Wohngeldanspruch 2026: rund 370€/Monat (3 Personen, inkl. Heizkostenentlastung in der Berechnung)

Haushaltsgröße: 3 Personen (Mutter + 2 Kinder). Alleinerziehenden-Freibetrag senkt das anrechenbare Einkommen.

Wohngeld und Steuern: Wichtige Hinweise

Eine häufige Frage ist, ob Wohngeld versteuert werden muss oder in der Steuererklärung angegeben werden muss.

Gute Nachricht: Wohngeld ist steuerfrei!

  • Keine Versteuerung: Wohngeld zählt nicht als zu versteuerndes Einkommen
  • Nicht in Steuererklärung: Muss nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden
  • Progressionsvorbehalt: Gilt nicht für Wohngeld (anders als bei Arbeitlosengeld)
  • Keine Sozialabgaben: Keine Kranken-, Renten- oder Pflegeversicherung vom Wohngeld

Zusammenfassung: Wohngeld 2026 - Das Wichtigste

Die wichtigsten Punkte auf einen Blick:

  • ✓Wohngeld 2026: Durchschnittlich rund 370€/Monat seit der Wohngeld-Plus-Reform 2023; Höchstbeträge zuletzt zum 1. Januar 2025 erhöht
  • ✓Reform-Highlights: Heizkostenkomponente (110,40€ bis 225,40€ je nach Haushaltsgröße), Klimakomponente, mehr Berechtigte
  • ✓Berechnung: Abhängig von Haushaltsgröße, Einkommen und Mietstufe (I-VII)
  • ✓Antrag: Bei der Wohngeldstelle, gilt ab Antragsmonat (nicht rückwirkend!)
  • ✓Dauer: Meist 12 Monate Bewilligung, dann Neuantrag erforderlich
  • ✓Ausschluss: Keine Kombination mit Bürgergeld, BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe
  • ✓Steuern: Wohngeld ist komplett steuerfrei und muss nicht angegeben werden

Unser Wohngeld-Rechner hilft Ihnen:

  • • Ihren voraussichtlichen Wohngeld-Anspruch zu berechnen
  • • Die richtige Mietstufe für Ihre Gemeinde zu finden
  • • Ihr bereinigtes Einkommen korrekt zu ermitteln
  • • Heizkosten- und Klimakomponente zu berücksichtigen
  • • Verschiedene Szenarien durchzuspielen (Einkommensänderung etc.)

Nutzen Sie unseren kostenlosen Rechner, um schnell und unverbindlich Ihren Wohngeld-Anspruch zu prüfen.Achtung: Dies ist eine unverbindliche Schätzung – der tatsächliche Anspruch wird von der Wohngeldstelle berechnet.

Wohngeld 2026 – Anspruch & Berechnung

Wohngeld ist ein staatlicher Zuschuss zu den Wohnkosten für Haushalte mit geringem Einkommen. Seit der Wohngeld-Reform 2023 haben deutlich mehr Menschen Anspruch. Die Höhe hängt von Haushaltsgröße, Einkommen, Miete und Mietstufe des Wohnorts ab.

Wohngeld-Richtwerte 2026

HaushaltsgrößeMax. Miete (Stufe IV)Anspruch endet bei Gesamteinkommen von ca.Beispiel (bei Miete ab Höchstbetrag)
1 Person511 €≈ 1.540 €290 € bei 1.000 € Einkommen
2 Personen619 €≈ 2.080 €290 € bei 1.500 € Einkommen
3 Personen737 €≈ 2.600 €290 € bei 2.000 € Einkommen
4 Personen858 €≈ 3.520 €421 € bei 2.500 € Einkommen
5 Personen982 €≈ 4.030 €435 € bei 3.000 € Einkommen

Tipps zum Wohngeld-Antrag

  • ●Früh beantragen: Wohngeld wird ab Antragsmonat gewährt, nicht rückwirkend
  • ●Mietstufe: 7 Stufen (I–VII) – Großstädte meist Stufe V–VII
  • ●Heizkosten: Pauschal berücksichtigt seit Wohngeld-Plus 2023
  • ●Ausschluss: Kein Wohngeld bei Bürgergeld, BAföG oder Grundsicherung
  • ●Bewilligungszeitraum: 12 Monate, dann Weiterleistungsantrag stellen
  • ●Eigentümer: Auch Eigenheimbesitzer können Lastenzuschuss erhalten

Häufig gestellte Fragen zum Wohngeld-Rechner

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