Energetische Sanierung - Der komplette Guide 2026
Alles über energetische Sanierung: GEG-Pflichten, BAFA/KfW-Förderung bis 70%, Wärmepumpe, Solar, Dämmung. Kosten berechnen und Förderung sichern.
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Die energetische Sanierung ist eine der besten Investitionen in Ihre Immobilie: weniger Heizkosten, mehr Komfort, höherer Immobilienwert und staatliche Förderung von bis zu 70%. Dieser Guide zeigt Ihnen alle Möglichkeiten.
Energetische Sanierung - Warum sich der Umbau jetzt lohnt
Rund 35% des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Gebäude. Etwa 70% der Wohngebäude wurden vor 1979 errichtet und entsprechen nicht mehr heutigen energetischen Standards. Die Folge: hohe Heizkosten, schlechte CO2-Bilanz und sinkende Immobilienwerte. Die energetische Sanierung ist daher nicht nur ein Beitrag zum Klimaschutz, sondern auch eine wirtschaftlich sinnvolle Investition in die Zukunft Ihrer Immobilie.
Die Bundesregierung hat mit dem Gebäudeenergiegesetz (GEG 2024) klare Weichen gestellt: Ab 2024 müssen neue Heizungen in Neubaugebieten mit mindestens 65% erneuerbaren Energien betrieben werden. Für Bestandsgebäude gelten je nach Kommune Übergangsfristen bis 2026 bzw. 2028. Gleichzeitig hat der Bund die Förderprogramme massiv aufgestockt: BAFA-Zuschüsse von bis zu 70% für den Heizungstausch und günstige KfW-Kredite machen die Sanierung so attraktiv wie nie.
Dieser Guide erklärt Ihnen alle wichtigen Aspekte der energetischen Sanierung: gesetzliche Pflichten, Fördermöglichkeiten, Kosten und Einsparpotenziale. Nutzen Sie unsere Rechner, um Ihre individuelle Situation zu kalkulieren.
GEG 2024: Gesetzliche Pflichten und Fristen
Heizungstausch-Pflicht: Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) in der Fassung vom Januar 2024 schreibt vor, dass neu eingebaute Heizungen ab bestimmten Stichtagen mit mindestens 65% erneuerbaren Energien betrieben werden müssen. In Kommunen über 100.000 Einwohner gilt dies ab dem 30. Juni 2026, in kleineren Kommunen ab dem 30. Juni 2028 - sofern die kommunale Wärmeplanung vorliegt. Bestehende funktionierende Heizungen dürfen weiterbetrieben werden, aber Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen unter bestimmten Bedingungen ausgetauscht werden.
Dämmpflichten bei Sanierung: Wer ohnehin saniert, muss bestimmte energetische Mindeststandards einhalten. Wird mehr als 10% einer Bauteilfläche erneuert (z.B. Fassade, Dach, Fenster), müssen die neuen Bauteile die Anforderungen des GEG erfüllen. Oberste Geschossdecken über beheizten Räumen müssen gedämmt sein (U-Wert maximal 0,24 W/m2K). Bei Eigentümerwechsel besteht eine Nachrüstpflicht innerhalb von zwei Jahren.
Energieausweis-Pflicht: Bei Verkauf, Vermietung oder Verpachtung ist ein gültiger Energieausweis (10 Jahre gültig) Pflicht. Seit 2024 muss der Energieausweis auch die CO2-Emissionen des Gebäudes ausweisen. Verstöße können mit Bußgeldern bis zu 10.000 Euro geahndet werden. Es gibt zwei Varianten: den günstigeren Verbrauchsausweis (ab 50-100 Euro) und den aussagekräftigeren Bedarfsausweis (ab 300-500 Euro, für Gebäude mit weniger als 5 Wohneinheiten und Baujahr vor 1977 Pflicht).
Kommunale Wärmeplanung: Bis Ende 2028 müssen alle Kommunen einen Wärmeplan erstellen, der aufzeigt, wo künftig Fernwärme, Wärmenetze oder dezentrale Lösungen zum Einsatz kommen sollen. Dieser Plan gibt Hausbesitzern Planungssicherheit für die Wahl des Heizsystems. Prüfen Sie bei Ihrer Kommune den aktuellen Stand der Wärmeplanung, bevor Sie eine neue Heizung einbauen.
Förderung: BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite 2026
BAFA-Förderung für Einzelmaßnahmen (BEG EM): Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle fördert energetische Einzelmaßnahmen mit Zuschüssen: Heizungstausch auf erneuerbare Energien mit 30% Grundförderung plus 20% Klimageschwindigkeitsbonus (bei Austausch einer fossil betriebenen Heizung bis 2028) plus 30% Einkommensbonus (bei Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro/Jahr). Maximal sind 70% Förderung möglich, gedeckelt auf förderfähige Kosten von 30.000 Euro für die erste Wohneinheit. Das bedeutet bis zu 21.000 Euro Zuschuss für den Heizungstausch.
KfW-Förderung für Komplettsanierungen (BEG WG): Für umfassende Sanierungen zum KfW-Effizienzhaus bietet die KfW günstige Kredite mit Tilgungszuschuss: KfW-Effizienzhaus 85 erhält 5% Tilgungszuschuss, Effizienzhaus 70 erhält 10%, Effizienzhaus 55 erhält 15% und Effizienzhaus 40 erhält 20%. Der maximale Kreditbetrag beträgt 120.000 Euro pro Wohneinheit (150.000 Euro mit Erneuerbare-Energien-Klasse). Zusätzlich gibt es einen Zuschuss für die Baubegleitung durch einen Energieberater (50% der Kosten, max. 4.000 Euro).
Förderung für Dämmung und Fenster (BAFA): Dämmmaßnahmen an Fassade, Dach, Kellerdecke und der Austausch von Fenstern werden mit 15% Grundförderung plus 5% iSFP-Bonus (bei Vorliegen eines individuellen Sanierungsfahrplans) gefördert. Förderfähige Kosten: 30.000 Euro pro Wohneinheit (60.000 Euro mit iSFP). Ein Sanierungsfahrplan kostet ca. 800-2.000 Euro (wird selbst mit 80% gefördert) und erhöht die Förderung erheblich.
Steuerliche Förderung (§35c EStG): Alternativ zur BAFA/KfW-Förderung können Eigentümer energetische Sanierungskosten über drei Jahre steuerlich absetzen: Im Jahr der Sanierung und dem Folgejahr je 7% (max. 14.000 Euro), im dritten Jahr 6% (max. 12.000 Euro). Maximal 40.000 Euro Steuerersparnis pro Objekt. Wichtig: BAFA/KfW und steuerliche Förderung können nicht kombiniert werden - berechnen Sie, welche Variante für Sie günstiger ist.
Wärmepumpe: Kosten, Arten und Wirtschaftlichkeit
Wärmepumpen-Arten im Vergleich: Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist mit Abstand die beliebteste Variante (ca. 85% Marktanteil): Investitionskosten 15.000-25.000 Euro, einfache Installation, geeignet für Bestandsgebäude. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe (Erdwärme) ist effizienter, aber teurer: 20.000-35.000 Euro plus Erdbohrung (5.000-12.000 Euro). Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe (Grundwasser) bietet die höchste Effizienz, erfordert aber Genehmigungen und geeignete Grundwasserverhältnisse.
Wirtschaftlichkeitsberechnung: Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl (JAZ) von 3,5 erzeugt aus 1 kWh Strom 3,5 kWh Wärme. Bei einem Strompreis von 30 Cent/kWh und einem Jahreswärmebedarf von 20.000 kWh betragen die jährlichen Heizkosten ca. 1.714 Euro. Zum Vergleich: Eine Gasheizung mit gleichem Wärmebedarf kostet bei 12 Cent/kWh Gas ca. 2.400 Euro plus CO2-Abgabe. Mit Photovoltaik sinken die Wärmepumpen-Kosten weiter: Eigenverbrauch vom Dach kostet effektiv nur 8-12 Cent/kWh.
Voraussetzungen im Altbau: Entgegen weitverbreiteter Meinung funktionieren Wärmepumpen auch im Altbau. Ideal sind Flächenheizungen (Fußbodenheizung), aber auch groß dimensionierte Heizkörper mit niedrigen Vorlauftemperaturen (unter 55°C) sind geeignet. Wichtig: Eine gute Dämmung senkt den Wärmebedarf und verbessert die Effizienz der Wärmepumpe. Lassen Sie vor der Installation einen Heizlastberechnung durchführen.
Förderung konkret: Bei Tausch einer alten Öl- oder Gasheizung gegen eine Wärmepumpe erhalten Sie: 30% Grundförderung + 20% Klimageschwindigkeitsbonus (bis 2028) = 50% Zuschuss. Bei einer Investition von 25.000 Euro sind das 12.500 Euro Förderung, sodass die Netto-Investition nur 12.500 Euro beträgt. Kommt der Einkommensbonus hinzu (Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro), sind bis zu 70% = 17.500 Euro Förderung möglich.
Dämmung: Fassade, Dach und Kellerdecke
Fassadendämmung (WDVS): Die Fassadendämmung bietet das größte Einsparpotenzial: 20-30% weniger Heizenergie. Ein Wärmedämmverbundsystem (WDVS) mit 16-20 cm Dämmstärke kostet ca. 150-250 Euro pro Quadratmeter inkl. Montage. Für ein Einfamilienhaus mit 150 qm Fassadenfläche fallen somit 22.500-37.500 Euro an. Abzüglich 20% BAFA-Förderung (mit iSFP) verbleiben 18.000-30.000 Euro. Die Amortisationszeit beträgt bei aktuellen Energiepreisen 10-15 Jahre.
Dachdämmung: Über ein ungedämmtes Dach gehen bis zu 30% der Heizenergie verloren. Optionen sind die Aufsparrendämmung (beste Leistung, aber teuer: 150-250 Euro/qm), Zwischensparrendämmung (gutes Preis-Leistungs-Verhältnis: 50-80 Euro/qm) und die Untersparrendämmung (einfach, aber weniger effektiv: 30-50 Euro/qm). Alternativ reicht oft die Dämmung der obersten Geschossdecke (GEG-Pflicht): nur 30-60 Euro/qm und in ein bis zwei Tagen erledigt.
Kellerdeckendämmung: Die Dämmung der Kellerdecke von unten ist eine der kostengünstigsten Maßnahmen: 25-50 Euro pro Quadratmeter, oft in Eigenleistung möglich. Die Energieeinsparung beträgt 5-10% der Heizkosten. Besonders bei unbeheizten Kellern macht diese Maßnahme den Fußboden im Erdgeschoss deutlich wärmer und komfortabler. Materialen wie EPS-, XPS- oder Mineralwolle-Dämmplatten werden einfach an die Kellerdecke geklebt oder gedübelt.
Fenstertausch: Alte Einfachverglasungen (U-Wert 5,0 W/m2K) durch moderne Dreifachverglasung (U-Wert 0,6-0,8 W/m2K) zu ersetzen, spart 10-20% Heizenergie. Kosten: 500-800 Euro pro Quadratmeter Fensterfläche. Für ein Einfamilienhaus mit 25 qm Fensterfläche fallen 12.500-20.000 Euro an. Wichtig: Fenster nie ohne gleichzeitige Wanddämmung tauschen, da sonst Schimmelgefahr an den nun kältesten Stellen (ungedämmte Wand) besteht.
Photovoltaik und Solarthermie
Photovoltaik (PV) auf dem Dach: Eine PV-Anlage mit 10 kWp Leistung kostet 2026 ca. 12.000-18.000 Euro (inkl. Montage) und erzeugt in Deutschland ca. 9.000-11.000 kWh Strom pro Jahr. Bei einem Eigenverbrauchsanteil von 30% (ohne Speicher) oder 60-70% (mit Speicher) amortisiert sich die Anlage in 8-12 Jahren. Seit 2023 entfällt auf PV-Anlagen bis 30 kWp die Mehrwertsteuer (0% MwSt). Die Einspeisevergütung beträgt 2026 ca. 7-8 Cent/kWh und sinkt weiter, weshalb Eigenverbrauch im Fokus stehen sollte.
Batteriespeicher: Ein Heimspeicher mit 10 kWh Kapazität kostet ca. 6.000-10.000 Euro und erhöht den Eigenverbrauchsanteil auf 60-70%. Damit wird mehr günstiger Solarstrom selbst genutzt statt für wenig Geld eingespeist. Förderung für Speicher gibt es in einigen Bundesländern und Kommunen (unterschiedlich, prüfen Sie lokale Programme). Die Wirtschaftlichkeit hängt stark vom Strompreis und den Anschaffungskosten ab.
Solarthermie für Warmwasser und Heizung: Solarthermie-Anlagen nutzen die Sonnenwärme direkt: Eine Anlage für Warmwasserbereitung (ca. 5 qm Kollektor) kostet 3.000-5.000 Euro und deckt 50-60% des jährlichen Warmwasserbedarfs. Eine größere Anlage für Warmwasser und Heizungsunterstützung (10-15 qm) kostet 8.000-12.000 Euro und kann 20-30% der Heizkosten einsparen. Solarthermie wird über die BAFA mit 25% gefördert.
Kombination PV + Wärmepumpe: Die optimale Kombination: Die PV-Anlage liefert günstigen Strom für die Wärmepumpe. An sonnigen Tagen kann die Wärmepumpe überschüssigen Solarstrom nutzen, um einen Warmwasserpuffer aufzuheizen. So sinken die Stromkosten für die Wärmepumpe um 20-40%. Mit Batteriespeicher lässt sich die Eigenversorgungsquote weiter erhöhen. Diese Kombination ist aktuell die wirtschaftlichste Lösung für die Energiewende im Eigenheim.
Sanierungsfahrplan erstellen und umsetzen
Individueller Sanierungsfahrplan (iSFP): Ein Energieberater erstellt für Ihr Gebäude einen maßgeschneiderten Sanierungsfahrplan mit priorisierten Maßnahmen, Kosten und Einsparpotenzial. Der iSFP kostet ca. 800-2.000 Euro für ein Einfamilienhaus, wird aber mit 80% (max. 1.300 Euro) gefördert. Ihr Eigenanteil beträgt somit nur 160-400 Euro. Der große Vorteil: Mit iSFP erhalten Sie 5% mehr Förderung auf alle Einzelmaßnahmen und höhere förderfähige Kosten (60.000 statt 30.000 Euro pro Wohneinheit).
Sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen: Experten empfehlen folgende Reihenfolge: 1. Dämmung (Dach/oberste Geschossdecke zuerst, dann Fassade, dann Kellerdecke), 2. Fenstertausch (erst nach oder gleichzeitig mit Fassadendämmung), 3. Heizungstausch (erst nach Dämmung, da dann ein kleineres Heizsystem genügt), 4. PV-Anlage und Speicher. Diese Reihenfolge maximiert die Effizienz und vermeidet überdimensionierte Heizsysteme.
Kosten einer Komplettsanierung: Eine umfassende energetische Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 70 kostet für ein typisches Einfamilienhaus (Baujahr 1970, 150 qm) ca. 80.000-120.000 Euro. Davon übernimmt die Förderung (KfW-Kredit mit Tilgungszuschuss) ca. 12.000-30.000 Euro. Die jährliche Energieeinsparung beträgt ca. 2.000-4.000 Euro. Die Amortisation liegt bei 15-25 Jahren - die Wertsteigerung der Immobilie kommt noch hinzu.
Handwerker finden: Der Fachkräftemangel im Handwerk führt zu langen Wartezeiten (oft 3-6 Monate). Holen Sie frühzeitig Angebote ein (mindestens 3 Vergleichsangebote) und beauftragen Sie nur Fachbetriebe mit Qualifikation nach § 6 der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Ein Energieberater kann bei der Handwerkersuche und Angebotsprüfung helfen und überwacht die fachgerechte Ausführung.
📑Inhaltsverzeichnis
- 🌱Energetische Sanierung - Warum sich der Umbau jetzt lohnt
- 📋GEG 2024: Gesetzliche Pflichten und Fristen
- 💰Förderung: BAFA-Zuschüsse und KfW-Kredite 2026
- 🔥Wärmepumpe: Kosten, Arten und Wirtschaftlichkeit
- 🏗️Dämmung: Fassade, Dach und Kellerdecke
- ☀️Photovoltaik und Solarthermie
- 📅Sanierungsfahrplan erstellen und umsetzen
Wärmepumpe vs. Gasheizung vs. Pelletheizung
Welches Heizsystem ist 2026 die beste Wahl für Ihr Gebäude?
Wärmepumpe
✓Vorteile
- •Höchste Förderung (bis 70% Zuschuss)
- •Niedrigste Betriebskosten bei guter Dämmung
- •Keine CO2-Abgabe, keine fossilen Brennstoffe
- •Im Sommer auch als Kühlung nutzbar
- •Kombination mit PV-Anlage ideal
- •GEG-konform: erfüllt 65%-Erneuerbare-Pflicht
✗Nachteile
- •Hohe Investitionskosten (15.000-35.000 Euro)
- •Effizienz abhängig von Vorlauftemperatur und Dämmung
- •Außengerät kann Lärmemissionen verursachen
- •Strompreis-Risiko bei steigenden Stromkosten
- •Altbau: evtl. Heizflächen-Anpassung nötig
🎯Ideal für
Gut gedämmte Gebäude mit Flächenheizungen, Neubauten und Altbauten nach Sanierung
Gasheizung (Hybrid)
✓Vorteile
- •Niedrigere Investitionskosten (8.000-15.000 Euro)
- •Bewährte Technik, einfache Wartung
- •Als Hybridlösung mit Wärmepumpe GEG-konform
- •Funktioniert auch bei hohen Vorlauftemperaturen
- •Große Auswahl an Fachbetrieben
✗Nachteile
- •Reine Gasheizung im Neubau nicht mehr zulässig
- •Steigende CO2-Abgabe erhöht Betriebskosten jährlich
- •Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und Gaspreisen
- •Geringere Förderung als Wärmepumpe
- •Langfristig Auslaufmodell: Ende fossiler Heizungen absehbar
🎯Ideal für
Altbauten mit hohem Wärmebedarf als Übergangslösung oder Hybrid-Kombination mit Wärmepumpe
Pelletheizung
✓Vorteile
- •CO2-neutral: Holz ist nachwachsender Rohstoff
- •GEG-konform: erfüllt 65%-Erneuerbare-Pflicht
- •Unabhängig von Strom- und Gaspreisen
- •Hohe Vorlauftemperaturen möglich (ideal für Altbau)
- •Bewährte Technik mit hoher Zuverlässigkeit
✗Nachteile
- •Hohe Investitionskosten (20.000-30.000 Euro)
- •Großer Lagerraum für Pellets erforderlich
- •Höhere Wartungskosten (Ascheentsorgung, Reinigung)
- •Pelletpreise können schwanken
- •Feinstaubemissionen (Filter erforderlich)
- •Lieferlogistik: regelmäßige Pellet-Bestellung nötig
🎯Ideal für
Ländliche Gebiete ohne Fernwärme, Altbauten mit hohen Vorlauftemperaturen und ausreichend Lagerraum
⚖️ Rechtlicher Hinweis
Dieser Ratgeber dient nur zur groben Orientierung und ersetzt keine professionelle Rechts- oder Steuerberatung. Für verbindliche Auskünfte konsultieren Sie bitte einen Steuerberater oder Rechtsanwalt. Alle Angaben ohne Gewähr.
⚠️ Sicherheitshinweis
Die Angaben und Berechnungen in diesem Ratgeber sind theoretische Annäherungen und ersetzen keine professionelle Planung oder Sicherheitsprüfung. Bei sicherheitsrelevanten Entscheidungen konsultieren Sie bitte einen Fachmann.
❓Häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick
Nicht sofort, aber unter bestimmten Bedingungen: Öl- und Gasheizungen, die älter als 30 Jahre sind, müssen gemäß GEG ausgetauscht werden (Ausnahmen für Niedertemperatur- und Brennwertkessel). Geht eine Heizung kaputt, muss der Ersatz in Kommunen über 100.000 Einwohner ab 30.06.2026 die 65%-Erneuerbare-Pflicht erfüllen. In kleineren Kommunen gilt die Frist ab 30.06.2028. Bestehende funktionierende Heizungen dürfen weiterbetrieben werden.
Die BAFA-Förderung für den Heizungstausch auf eine Wärmepumpe beträgt: 30% Grundförderung + 20% Klimageschwindigkeitsbonus (bei Austausch fossiler Heizung bis 2028) + 30% Einkommensbonus (Haushaltseinkommen unter 40.000 Euro). Maximal 70% der förderfähigen Kosten (max. 30.000 Euro für erste Wohneinheit). Bei einer Wärmepumpe für 25.000 Euro sind das bis zu 17.500 Euro Zuschuss.
Eine umfassende Sanierung zum KfW-Effizienzhaus 70 kostet für ein typisches Einfamilienhaus (150 qm, Baujahr 1970er) ca. 80.000-120.000 Euro. Davon übernimmt die Förderung ca. 12.000-30.000 Euro. Einzelne Maßnahmen: Fassadendämmung 22.500-37.500 Euro, Dachdämmung 7.500-22.500 Euro, Fenstertausch 12.500-20.000 Euro, Heizungstausch 15.000-35.000 Euro. Eine Schritt-für-Schritt-Sanierung über mehrere Jahre kann die Investition entzerren.
Ja, PV-Anlagen sind 2026 wirtschaftlicher denn je: Die Modulpreise sind in den letzten Jahren stark gefallen, seit 2023 gilt 0% Mehrwertsteuer auf Anlagen bis 30 kWp, und der Eigenverbrauch spart 30+ Cent/kWh Stromkosten. Eine 10-kWp-Anlage kostet ca. 12.000-18.000 Euro und amortisiert sich in 8-12 Jahren. Mit Batteriespeicher und Wärmepumpe steigt die Wirtschaftlichkeit weiter.
Der iSFP bringt mehrere Vorteile: 5% mehr Förderung auf alle Einzelmaßnahmen, höhere förderfähige Kosten (60.000 statt 30.000 Euro), priorisierte Maßnahmenplanung und Kostenschätzungen vom Energieberater. Der iSFP selbst wird mit 80% gefördert (max. 1.300 Euro), Ihr Eigenanteil beträgt nur 160-400 Euro. Bei einer Fassadendämmung für 30.000 Euro bringt der iSFP-Bonus von 5% bereits 1.500 Euro mehr Förderung.
Ja, Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau - entgegen verbreiteter Mythen. Wichtig ist eine möglichst niedrige Vorlauftemperatur (idealerweise unter 55°C). Maßnahmen: größere Heizkörper einbauen, Fußbodenheizung nachrüsten (zumindest in Haupträumen), Gebäude dämmen. Moderne Hochtemperatur-Wärmepumpen schaffen auch 65-70°C Vorlauf, sind dann aber weniger effizient. Lassen Sie eine Heizlastberechnung durch einen Fachbetrieb durchführen.
Nein, für dieselbe Maßnahme ist entweder die BAFA/KfW-Förderung ODER die steuerliche Absetzung nach §35c EStG möglich, nicht beides. Die steuerliche Förderung ist attraktiv für Besserverdiener ohne Anspruch auf Einkommensbonus: 20% der Sanierungskosten verteilt auf drei Jahre absetzbar (max. 40.000 Euro pro Objekt). Berechnen Sie beide Varianten und wählen Sie die günstigere.
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bieten: 1. Kellerdeckendämmung (25-50 Euro/qm, 5-10% Einsparung, oft in Eigenleistung), 2. Dämmung der obersten Geschossdecke (30-60 Euro/qm, bis 15% Einsparung), 3. Fassadendämmung (150-250 Euro/qm, 20-30% Einsparung, aber teuer). Die Reihenfolge Dach/Decke vor Fassade vor Fenster ist optimal. Immer mindestens 3 Angebote einholen.
Geht Ihre Heizung irreparabel kaputt, muss der Ersatz ab dem jeweiligen Stichtag (30.06.2026 in Großstädten, 30.06.2028 in kleineren Kommunen) die 65%-Erneuerbare-Pflicht erfüllen. Es gibt eine Übergangsfrist von 5 Jahren, in der übergangsweise eine gebrauchte fossile Heizung oder eine Mietlösung eingesetzt werden darf. Planen Sie daher rechtzeitig und lassen Sie sich beraten, bevor der Notfall eintritt.
Förderfähige Maßnahmen müssen von qualifizierten Fachunternehmen ausgeführt werden, die in der Expertenliste für Bundesförderung (energie-effizienz-experten.de) registriert sind. Für den BAFA-Antrag ist zudem ein Energieberater (dena-zertifiziert) erforderlich, der die Maßnahme plant und die Umsetzung überprüft. Die Energieberatung wird mit 80% gefördert. Eigenleistung ist bei geförderten Maßnahmen nur begrenzt möglich.
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