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Photovoltaik 2026: Kosten, Förderung und ab wann sich eine Anlage rechnet

Photovoltaik ist eine der lohnendsten Investitionen für Hausbesitzer. Die Kosten sind in den letzten Jahren deutlich gesunken, während die Strompreise weiter steigen. Doch lohnt sich eine PV-Anlage 2026 wirklich? Hier rechnen wir es vor – von den Anschaffungskosten über die Förderung bis zur Amortisation. Mit dem Photovoltaik-Rechner und dem Solaranlage-Rechner können Sie Ihre individuelle Wirtschaftlichkeit berechnen.

Was kostet eine Photovoltaikanlage 2026?

Kosten pro kWp

Die Kosten werden in Euro pro Kilowatt-Peak (kWp) angegeben. Ein kWp entspricht der Spitzenleistung eines Moduls unter Standardbedingungen.

| Anlagengröße | Kosten pro kWp (netto) | Gesamtkosten (netto) | | :----------- | :--------------------- | :------------------- | | 5 kWp (klein) | 1.400 - 1.700 Euro | 7.000 - 8.500 Euro | | 10 kWp (mittel) | 1.200 - 1.500 Euro | 12.000 - 15.000 Euro | | 15 kWp (groß) | 1.100 - 1.400 Euro | 16.500 - 21.000 Euro | | 20 kWp (sehr groß) | 1.000 - 1.300 Euro | 20.000 - 26.000 Euro |

Wichtig: Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen bis 30 kWp. Die angegebenen Nettopreise sind damit auch die Endpreise.

Was ist im Preis enthalten?

  • Solarmodule (ca. 35-40 % der Kosten)
  • Wechselrichter (ca. 10-15 %)
  • Montagesystem (ca. 10-15 %)
  • Elektroinstallation (ca. 15-20 %)
  • Planung und Anmeldung (ca. 5-10 %)

Zusatzkosten für Stromspeicher

Ein Batteriespeicher erhöht den Eigenverbrauch deutlich, kostet aber zusätzlich:

| Speicherkapazität | Kosten | Empfohlene PV-Leistung | | :---------------- | :----- | :--------------------- | | 5 kWh | 4.000 - 6.000 Euro | 5-7 kWp | | 10 kWh | 7.000 - 10.000 Euro | 8-12 kWp | | 15 kWh | 10.000 - 14.000 Euro | 12-18 kWp |

Einspeisevergütung 2026

Die Einspeisevergütung ist die Vergütung, die Sie für jede ins Netz eingespeiste Kilowattstunde Solarstrom erhalten. Sie wird über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) für 20 Jahre garantiert.

Aktuelle Vergütungssätze (Stand 2026)

  • Anlagen bis 10 kWp (Volleinspeisung): ca. 12,5 Cent/kWh
  • Anlagen bis 10 kWp (Überschusseinspeisung): ca. 8,0 Cent/kWh
  • Anlagen 10-40 kWp (Überschusseinspeisung): ca. 7,0 Cent/kWh

Volleinspeisung vs. Eigenverbrauch

  • Volleinspeisung: Der gesamte Solarstrom wird ins Netz eingespeist. Höhere Vergütung, aber kein eigener Verbrauch.
  • Überschusseinspeisung (Standard): Sie verbrauchen so viel Solarstrom wie möglich selbst und speisen nur den Überschuss ein. Finanziell fast immer die bessere Wahl.

Eigenverbrauch: Der Schlüssel zur Wirtschaftlichkeit

Der Eigenverbrauch ist entscheidend, weil selbst genutzter Solarstrom deutlich mehr wert ist als eingespeister:

  • Selbst genutzter Solarstrom spart: ca. 32-35 Cent/kWh (Netzstrompreis)
  • Eingespeister Solarstrom bringt: ca. 8 Cent/kWh (Einspeisevergütung)
  • Differenz: ca. 24-27 Cent/kWh – jede selbst genutzte kWh ist dreimal so viel wert

Typische Eigenverbrauchsquoten

  • Ohne Speicher: 25-35 % Eigenverbrauch
  • Mit Speicher (5-10 kWh): 50-70 % Eigenverbrauch
  • Mit Speicher + E-Auto: 60-80 % Eigenverbrauch
  • Mit Speicher + Wärmepumpe: 55-75 % Eigenverbrauch

Wirtschaftlichkeitsrechnung: Wann rechnet sich die Anlage?

Beispiel: 10 kWp ohne Speicher

  • Investition: 13.500 Euro (nach MwSt.-Befreiung)
  • Jahresertrag: ca. 9.500 kWh (in Deutschland Durchschnitt 950 kWh/kWp)
  • Eigenverbrauch (30 %): 2.850 kWh × 0,33 Euro = 940 Euro Ersparnis
  • Einspeisung (70 %): 6.650 kWh × 0,08 Euro = 532 Euro Vergütung
  • Jährlicher Ertrag: 940 + 532 = 1.472 Euro
  • Amortisation: 13.500 ÷ 1.472 = ca. 9 Jahre

Beispiel: 10 kWp mit 10 kWh Speicher

  • Investition: 13.500 + 8.500 = 22.000 Euro
  • Eigenverbrauch (60 %): 5.700 kWh × 0,33 Euro = 1.881 Euro Ersparnis
  • Einspeisung (40 %): 3.800 kWh × 0,08 Euro = 304 Euro Vergütung
  • Jährlicher Ertrag: 1.881 + 304 = 2.185 Euro
  • Amortisation: 22.000 ÷ 2.185 = ca. 10 Jahre

Rendite über 20 Jahre

| Variante | Investition | Ertrag 20 Jahre | Rendite | | :------- | :---------- | :-------------- | :------ | | 10 kWp ohne Speicher | 13.500 Euro | ca. 35.000 Euro | ca. 160 % | | 10 kWp mit Speicher | 22.000 Euro | ca. 50.000 Euro | ca. 130 % |

Berechnen Sie Ihre individuelle Rendite mit dem Photovoltaik-Rechner.

Förderungen 2026

Bundesweite Förderung

  • Mehrwertsteuerbefreiung: Keine 19 % MwSt. auf PV-Anlagen bis 30 kWp
  • Einspeisevergütung: 20 Jahre garantiert ab Inbetriebnahme
  • Steuerfreiheit: Einnahmen aus PV-Anlagen bis 30 kWp sind einkommensteuerfrei

Regionale Förderungen

Viele Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Förderungen:

  • Speicherförderung: Einige Länder bezuschussen Batteriespeicher mit 200-300 Euro/kWh
  • Wallbox-Förderung: Kombination PV + Wallbox wird in einigen Regionen gefördert
  • Gründachbonus: Kombination PV + Gründach wird gefördert

Prüfen Sie lokale Fördermöglichkeiten auf den Seiten Ihrer Stadt oder Ihres Bundeslandes.

Wichtige Faktoren für die PV-Planung

Dachausrichtung

  • Optimal: Süddach mit 30-35° Neigung (100 % Ertrag)
  • Ost/West: ca. 80-85 % Ertrag, aber gleichmäßigere Verteilung über den Tag
  • Nord: Nur ca. 50-60 % Ertrag – in der Regel nicht wirtschaftlich

Verschattung

Selbst kleine Verschattungen (Schornstein, Baum, Nachbargebäude) können den Ertrag erheblich mindern. Moderne Moduloptimierer können den Effekt reduzieren.

Dachzustand

Das Dach sollte noch mindestens 20-25 Jahre halten. Wenn eine Dachsanierung ansteht, kombinieren Sie diese mit der PV-Installation.

Häufige Fehler bei der PV-Planung

  • Anlage zu klein dimensionieren: Planen Sie großzügig – die Grenzkosten pro kWp sinken, und der Strombedarf steigt oft (E-Auto, Wärmepumpe).
  • Speicher zu groß wählen: Der Speicher sollte ungefähr der täglichen Stromproduktion entsprechen (ca. 1 kWh Speicher pro kWp).
  • Nur auf Einspeisevergütung setzen: Der Eigenverbrauch ist finanziell deutlich attraktiver.
  • Regionale Förderung vergessen: Hunderte Euro Zuschuss können verloren gehen.

PV-Anlage und E-Auto: Die perfekte Kombination

Wer ein Elektroauto besitzt oder plant, profitiert besonders von einer PV-Anlage:

Eigenverbrauch maximieren

  • Ein E-Auto verbraucht ca. 15-20 kWh pro 100 km.
  • Bei 15.000 km/Jahr entspricht das ca. 2.500-3.000 kWh – ideal, um den PV-Eigenverbrauch zu steigern.
  • Laden Sie bevorzugt tagsüber, wenn die Sonne scheint: Mit einer Wallbox (11 kW) laden Sie in 3-4 Sonnenstunden ca. 40 kWh nach.

Kostenersparnis

  • Solarstrom zum Laden: ca. 5-8 Cent/kWh (Gestehungskosten)
  • Netzstrom zum Laden: ca. 32-35 Cent/kWh
  • Ersparnis: ca. 700-900 Euro pro Jahr bei 15.000 km Fahrleistung

Wallbox-Integration

Eine PV-optimierte Wallbox kann den Ladestrom automatisch an die aktuelle Solarproduktion anpassen. Überschüssiger Solarstrom fließt direkt ins Auto, statt ins Netz eingespeist zu werden.

PV-Anlage und Wärmepumpe

Auch die Kombination mit einer Wärmepumpe ist wirtschaftlich attraktiv:

  • Eine Wärmepumpe verbraucht ca. 3.000-5.000 kWh Strom pro Jahr (je nach Gebäude und Effizienz).
  • Im Sommer kann der PV-Strom die Warmwasserbereitung vollständig abdecken.
  • Im Winter liefert die PV-Anlage weniger, aber jede selbst erzeugte kWh spart ca. 30 Cent.
  • Tipp: Ein Pufferspeicher für Warmwasser ermöglicht es, überschüssigen Solarstrom als Wärme zu speichern.

Wartung und Betriebskosten

Eine PV-Anlage hat geringe, aber nicht null Betriebskosten:

  • Reinigung: Alle 2-3 Jahre empfohlen, ca. 100-200 Euro (oder selbst machen)
  • Wechselrichter-Tausch: Nach ca. 10-15 Jahren, Kosten: 1.000-2.000 Euro
  • Versicherung: PV-Versicherung ca. 50-100 Euro/Jahr (empfohlen)
  • Zählermiete: Ca. 40 Euro/Jahr für den Zweirichtungszähler
  • Gesamte Betriebskosten: ca. 200-300 Euro/Jahr

Häufige Fragen zur Photovoltaik

Lohnt sich PV auch auf einem Ost-West-Dach?

Ja. Der Ertrag ist zwar ca. 15-20 % geringer als auf einem Süddach, aber die Produktion verteilt sich gleichmäßiger über den Tag. Das erhöht den Eigenverbrauch, was die geringere Gesamtproduktion teilweise kompensiert.

Wie lange halten Solarmodule?

Moderne Solarmodule haben eine Leistungsgarantie von 25-30 Jahren (mindestens 80 % der Nennleistung). Die tatsächliche Lebensdauer beträgt oft 30-40 Jahre.

Brauche ich eine Baugenehmigung?

In den meisten Bundesländern sind PV-Anlagen auf dem eigenen Dach genehmigungsfrei. Ausnahmen gelten für denkmalgeschützte Gebäude und Sonderbauten. Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde.