Maklerprovision 2026: So Teilen Sich Käufer Und Verkäufer Die Kosten
Die Maklerprovision ist beim Immobilienkauf einer der größten Nebenkosten-Posten. Bei einer Immobilie für 400.000 Euro können schnell 20.000 Euro und mehr an Provision anfallen. Seit Dezember 2020 gilt das neue Provisionsrecht, das Käufer entlasten soll.
Das Bestellerprinzip: Was Hat Sich Geändert?
Im Dezember 2020 trat das neue Gesetz zur Verteilung der Maklerkosten in Kraft. Die wichtigsten Regeln:
- Hälftige Teilung: Bei Wohnimmobilien (Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen) darf der Käufer maximal die Hälfte der Gesamtprovision tragen
- Verkäufer zahlt zuerst: Der Makler darf die Zahlung des Käufers erst verlangen, wenn der Verkäufer seinen Anteil nachweislich gezahlt hat
- Schriftformerfordernis: Der Maklervertrag muss in Textform (E-Mail reicht) geschlossen werden
- Gilt nur für Verbraucher: Bei Gewerbeimmobilien oder wenn der Käufer gewerblich handelt, gelten die alten Regeln
Was Bedeutet Das In Der Praxis?
Vor der Gesetzesänderung mussten Käufer in vielen Bundesländern die gesamte Provision allein tragen. Das konnte bis zu 7,14 Prozent des Kaufpreises betragen. Heute ist die maximale Belastung für Käufer auf die Hälfte der Gesamtprovision begrenzt.
Maklerprovision Nach Bundesland
Die Provisionssätze sind in Deutschland nicht gesetzlich festgelegt, sondern marktüblich. Die Gesamtprovision (Käufer plus Verkäufer) variiert je nach Bundesland:
Niedrigere Provisionen
- Hamburg: 6,25 Prozent gesamt (je 3,125 Prozent)
- Hessen: 5,95 Prozent gesamt (je 2,975 Prozent)
- Bremen: 5,95 Prozent gesamt (je 2,975 Prozent)
Mittlere Provisionen
- Bayern: 7,14 Prozent gesamt (je 3,57 Prozent)
- Baden-Württemberg: 7,14 Prozent gesamt (je 3,57 Prozent)
- Nordrhein-Westfalen: 7,14 Prozent gesamt (je 3,57 Prozent)
- Niedersachsen: 7,14 Prozent gesamt (je 3,57 Prozent)
Höhere Provisionen
- Berlin: 7,14 Prozent gesamt (je 3,57 Prozent)
- Brandenburg: 7,14 Prozent gesamt (je 3,57 Prozent)
Hinweis: Alle Angaben inklusive Mehrwertsteuer. Nutzen Sie unseren Makler-Provisionen-Rechner, um die genauen Kosten für Ihre Immobilie in Ihrem Bundesland zu berechnen.
Rechenbeispiel
Bei einem Kaufpreis von 350.000 Euro und einer üblichen Provision von 7,14 Prozent gesamt:
- Gesamtprovision: 24.990 Euro
- Anteil Käufer: 12.495 Euro
- Anteil Verkäufer: 12.495 Euro
Verhandlungstipps: So Senken Sie Die Provision
Die marktüblichen Sätze sind nicht in Stein gemeißelt. Hier sind bewährte Strategien:
Tipp 1: Direkt Mit Dem Makler Verhandeln
- Marktlage nutzen: In einem Käufermarkt mit vielen Angeboten und wenigen Interessenten haben Sie bessere Verhandlungschancen
- Sachlich argumentieren: Zeigen Sie, dass Sie ein seriöser Käufer mit gesicherter Finanzierung sind
- Gesamtpaket schnüren: Bieten Sie einen schnellen Abschluss ohne Finanzierungsvorbehalt
Tipp 2: Provisionshöhe Vor Der Besichtigung Klären
- Fragen Sie vor der ersten Besichtigung nach der genauen Provisionshöhe
- Lassen Sie sich die Provision schriftlich bestätigen
- Vergleichen Sie mit den üblichen Sätzen in Ihrer Region
Tipp 3: Alternative Maklermodelle
- Festpreismakler: Einige Makler arbeiten mit einer festen Provision, unabhängig vom Kaufpreis (z.B. 5.000 bis 10.000 Euro)
- Online-Makler: Bieten oft niedrigere Provisionssätze bei gleichem Service
- Hybridmodelle: Grundgebühr plus erfolgsabhängiger Anteil
Ohne Makler Kaufen: Wann Lohnt Sich Das?
Der Kauf ohne Makler kann Tausende Euro sparen, birgt aber auch Risiken:
Vorteile Ohne Makler
- Kostenersparnis: Die gesamte Provision entfällt
- Direkter Kontakt: Verhandlungen direkt mit dem Verkäufer sind oft transparenter
- Flexibler: Keine festen Besichtigungstermine durch den Makler
Nachteile Und Risiken
- Weniger Angebote: Viele Immobilien werden exklusiv über Makler angeboten
- Keine Marktkenntnis: Ein guter Makler kennt den lokalen Markt und kann den Wert realistisch einschätzen
- Rechtliche Fallstricke: Ohne Makler müssen Sie Vertragsprüfung und Due Diligence selbst übernehmen
- Zeitaufwand: Die Suche, Besichtigung und Verhandlung kosten viel Zeit
Wo Finden Sie Immobilien Ohne Makler?
- Immobilienportale: Filter "provisionsfrei" nutzen
- Lokale Zeitungsannoncen: Besonders in ländlichen Gebieten
- Zwangsversteigerungen: Keine Maklerprovision, aber besondere Risiken
- Direktansprache: Eigentümer von Interessanten Immobilien direkt kontaktieren
- Netzwerk: Freunde, Familie und Kollegen informieren
Die Maklerprovision In Den Kaufnebenkosten
Vergessen Sie nicht, dass die Maklerprovision nur ein Teil der Kaufnebenkosten ist:
- Grunderwerbsteuer: 3,5 bis 6,5 Prozent je nach Bundesland
- Notarkosten: ca. 1,5 bis 2 Prozent
- Grundbucheintrag: ca. 0,5 Prozent
- Maklerprovision: 3 bis 3,57 Prozent (Käuferanteil)
Gesamte Kaufnebenkosten: 8,5 bis 12,5 Prozent des Kaufpreises. Bei einer Immobilie für 400.000 Euro sind das 34.000 bis 50.000 Euro zusätzlich zum Kaufpreis.