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Kaminofen Kosten 2026: Anschaffung, Schornsteinfeger Und Was Sie Pro Winter Sparen

Ein Kaminofen bringt wohlige Wärme, gemütliche Atmosphäre und kann die Heizkosten deutlich senken. Doch was kostet der Spaß wirklich, wenn man alle Posten zusammenrechnet? Neben dem Kaufpreis fallen Kosten für Installation, Schornsteinfeger, Brennholz und gegebenenfalls eine Nachrüstung oder einen neuen Schornstein an. Im Folgenden rechnen wir alle Kosten transparent durch und zeigen, wie viel Sie pro Winter tatsächlich sparen können. Nutzen Sie unseren Kamin-Rechner und den Brennholz-Rechner, um Ihre individuellen Kosten und den Brennholzbedarf zu ermitteln.

Was Kostet Ein Kaminofen In Der Anschaffung?

Die Preisspanne bei Kaminöfen ist enorm und hängt von Leistung, Material, Design und Hersteller ab.

Preiskategorien 2026

  • Einstiegsklasse (500 bis 1.500 Euro): Einfache Stahlöfen mit guter Heizleistung. Geeignet für einzelne Räume bis 40 m². Hersteller wie Justus, Fireplace oder Haas+Sohn.
  • Mittelklasse (1.500 bis 3.500 Euro): Höherwertige Öfen mit Speckstein- oder Keramikverkleidung, längerer Wärmespeicherung und besserer Verbrennungstechnik. Hersteller wie Hark, Contura oder Olsberg.
  • Premiumklasse (3.500 bis 8.000 Euro): Designöfen, wasserführende Kaminöfen (Einbindung ins Heizsystem), Speicheröfen mit Ofenkacheln. Hersteller wie Austroflamm, Brunner oder Tulikivi.
  • Kachelofen/Grundofen (8.000 bis 20.000+ Euro): Individuell vom Ofenbauer gesetzt. Maximale Wärmespeicherung, geringe Emissionen, einzigartige Optik.

Zusätzliche Anschaffungskosten

  • Ofenrohr (Rauchrohr): 50 bis 200 Euro für Rohre und Wandfutter.
  • Bodenplatte (Funkenschutz): 50 bis 300 Euro je nach Material (Glas, Stahl, Naturstein).
  • Wärmeschutzplatte (bei zu geringem Wandabstand): 80 bis 250 Euro.
  • Schornsteinanschluss-Set: 30 bis 100 Euro.

BImSchV 2026: Welche Grenzwerte Gelten?

Die Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) regelt die Emissionsgrenzwerte für Kaminöfen und Holzfeuerungsanlagen. Seit dem 1. Januar 2025 gelten verschärfte Anforderungen.

Aktuelle Grenzwerte (Stufe 2 BImSchV)

  • Feinstaub: Maximal 0,04 g/m³ (40 mg/m³)
  • Kohlenmonoxid (CO): Maximal 1,25 g/m³ (1.250 mg/m³)
  • Mindestwirkungsgrad: 73 Prozent für Kaminöfen

Nachrüst- Und Austauschpflichten

  • Öfen mit Baujahr bis 1994: Mussten bis Ende 2020 stillgelegt, nachgerüstet oder getauscht werden.
  • Öfen mit Baujahr 1995 bis 2010: Müssen bis Ende 2024 die Grenzwerte einhalten oder stillgelegt werden.
  • Öfen ab Baujahr 2010: Müssen die Stufe-2-Grenzwerte einhalten und sind in der Regel konform.
  • Ausnahmen: Historische Öfen (vor 1950), offene Kamine als Einzelraumfeuerung und Kochmaschinen sind unter bestimmten Bedingungen ausgenommen.

Nachrüstoptionen

  • Feinstaubfilter: 500 bis 1.500 Euro inklusive Einbau. Kann ältere Öfen konform machen.
  • Katalysator: 300 bis 800 Euro. Reduziert CO-Emissionen und Feinstaub.
  • Neuer Ofen: Oft wirtschaftlicher als eine Nachrüstung, wenn der alte Ofen ohnehin am Ende seiner Lebensdauer ist.

Schornsteinfeger: Pflichten Und Kosten

Der Schornsteinfeger spielt beim Kaminofen eine zentrale Rolle – von der Abnahme bis zur regelmäßigen Überprüfung.

Vor Der Inbetriebnahme

  • Abnahme durch den Bezirksschornsteinfeger: Pflicht vor der ersten Nutzung. Der Schornsteinfeger prüft den korrekten Anschluss, den Schornsteinzug und die Einhaltung der Sicherheitsabstände.
  • Kosten Abnahme: 50 bis 150 Euro.
  • Empfehlung: Kontaktieren Sie den Schornsteinfeger bereits vor dem Kauf, um die Eignung Ihres Schornsteins zu prüfen.

Regelmäßige Überprüfung

  • Feuerstättenschau: Alle 3,5 Jahre (bei Neuanlagen nach 5 Jahren). Kosten: 30 bis 60 Euro.
  • Kehren: Je nach Nutzungsintensität 1 bis 3 Mal pro Jahr. Kosten: 20 bis 50 Euro pro Kehrung.
  • Emissionsmessung: Bei Festbrennstofföfen wird keine regelmäßige Abgasmessung gefordert (anders als bei Öl- und Gasheizungen).

Jährliche Schornsteinfegerkosten

  • Bei gelegentlicher Nutzung (1x Kehren): 50 bis 80 Euro pro Jahr
  • Bei regelmäßiger Nutzung (2x Kehren): 70 bis 130 Euro pro Jahr
  • Feuerstättenschau (umgelegt pro Jahr): 10 bis 20 Euro pro Jahr
  • Gesamt: 60 bis 150 Euro pro Jahr

Brennholzkosten: Der Größte Laufende Posten

Die Brennholzkosten sind der mit Abstand größte laufende Kostenfaktor beim Kaminofen. Nutzen Sie unseren Brennholz-Rechner, um Ihren individuellen Bedarf zu berechnen.

Brennholzpreise 2026

  • Hartholz (Buche, Eiche) ofenfertig: 80 bis 120 Euro pro Raummeter (Schüttmeter: 55 bis 85 Euro)
  • Weichholz (Fichte, Kiefer) ofenfertig: 55 bis 80 Euro pro Raummeter
  • Holzbriketts: 250 bis 350 Euro pro Tonne
  • Selbst gesägtes Holz (Meterware): 40 bis 60 Euro pro Raummeter (plus eigene Arbeitszeit)

Heizwerte Im Vergleich

  • Buche: 2.100 kWh pro Raummeter
  • Eiche: 2.100 kWh pro Raummeter
  • Birke: 1.900 kWh pro Raummeter
  • Fichte: 1.500 kWh pro Raummeter
  • Holzbriketts: ca. 4.800 kWh pro Tonne

Verbrauch Pro Heizsaison

Bei einem typischen Kaminofen mit 6 kW Nennleistung, der an 150 Tagen im Jahr für durchschnittlich 4 Stunden genutzt wird:

  • Verbrauch: ca. 4 bis 6 Raummeter Hartholz pro Saison
  • Kosten: 320 bis 720 Euro pro Heizsaison (je nach Holzart und Einkaufspreis)

Was Kostet Ein Neuer Schornstein?

Wenn kein Schornstein vorhanden ist, muss ein Edelstahlschornstein nachgerüstet werden:

  • Außenschornstein (einwandig): 1.500 bis 3.000 Euro inklusive Montage
  • Außenschornstein (doppelwandig, isoliert): 2.500 bis 5.000 Euro
  • Innenschornstein (Leichtbauschornstein): 2.000 bis 4.500 Euro
  • Schornsteinsanierung (vorhandener Schornstein): 1.000 bis 3.000 Euro

Förderprogramme 2026

Für den Einbau moderner, effizienter Holzfeuerungsanlagen gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten:

  • BAFA-Förderung: Für wasserführende Kaminöfen und Pelletöfen, die in das zentrale Heizsystem eingebunden werden. Fördersatz: bis zu 20 Prozent der förderfähigen Kosten.
  • KfW-Programme: Ergänzende Förderung bei energetischer Sanierung im Rahmen eines Gesamtkonzepts.
  • Regionale Förderprogramme: Einige Bundesländer und Kommunen bieten zusätzliche Zuschüsse für den Austausch alter Öfen.
  • Voraussetzung: Die neue Anlage muss die BImSchV-Grenzwerte einhalten und von einem Fachbetrieb installiert werden.

Kaminofen Richtig Betreiben: Effizienz Und Sicherheit

Ein Kaminofen arbeitet nur dann effizient und sicher, wenn er richtig betrieben wird. Falsches Heizen verschwendet Brennholz, erzeugt unnötige Emissionen und kann den Schornstein durch Versottung beschädigen.

Richtiges Anzünden

  • Von oben anzünden: Moderne Empfehlung ist das Anzünden von oben. Legen Sie zwei bis drei Scheite unten, darauf Anzündhölzer und Anzünder. So brennt das Feuer sauberer ab.
  • Genug Luft: Die Luftzufuhr beim Anzünden vollständig öffnen. Erst wenn ein stabiles Glutbett vorhanden ist, die Luftzufuhr regulieren.
  • Kein Papier: Zeitungspapier verbrennt zu schnell, fliegt als Glutstück im Brennraum herum und erzeugt viel Feinstaub.

Effizient Heizen

  • Kleine Mengen nachlegen: Lieber häufiger kleine Mengen nachlegen als den Ofen vollzupacken. Zwei bis drei Scheite sind optimal.
  • Nur trockenes Holz: Holz mit einer Restfeuchte von maximal 20 Prozent verwenden. Feuchtes Holz hat einen deutlich geringeren Heizwert und erzeugt übermäßig Rauch und Ruß.
  • Nicht drosseln: Ein gedrosseltes Feuer schwelt vor sich hin, erzeugt viel Feinstaub und führt zu Ablagerungen im Schornstein. Besser: Kräftig heizen und den Ofen die Wärme über die Speichermasse abgeben lassen.
  • Asche nicht täglich entfernen: Eine dünne Ascheschicht auf dem Rost schützt die Feuerraumauskleidung und verbessert die Verbrennung.

Sicherheitshinweise

  • CO-Melder: Installieren Sie einen Kohlenmonoxid-Melder im Aufstellraum des Kaminofens.
  • Sicherheitsabstände: Halten Sie die vom Hersteller angegebenen Mindestabstände zu brennbaren Materialien ein (in der Regel 20 bis 40 cm seitlich und 80 cm vor der Feuerraumöffnung).
  • Kinder und Haustiere: Die Oberfläche eines Kaminofens kann über 300 °C heiß werden. Sichern Sie den Bereich mit einem Ofenschutzgitter.

Wie Viel Sparen Sie Pro Winter?

Eine realistische Berechnung der Heizkosten-Ersparnis:

Szenario: Einfamilienhaus, 120 m²

  • Heizkosten Gasheizung (ohne Kaminofen): ca. 2.000 bis 2.800 Euro pro Jahr
  • Durch Kaminofen ersetzter Anteil: ca. 30 bis 40 Prozent der Heizenergie
  • Eingesparte Gaskosten: 600 bis 1.120 Euro pro Jahr
  • Brennholzkosten: 320 bis 720 Euro pro Jahr
  • Schornsteinfeger: 80 bis 150 Euro pro Jahr
  • Netto-Ersparnis: 100 bis 450 Euro pro Jahr

Amortisation

  • Günstiger Kaminofen (1.000 Euro + 500 Euro Installation): Amortisiert sich in 3 bis 8 Jahren
  • Mittelklasse-Ofen (2.500 Euro + 800 Euro Installation): Amortisiert sich in 7 bis 15 Jahren
  • Mit neuem Schornstein (zusätzlich 3.000 Euro): Amortisiert sich in 12 bis 25 Jahren

Spartipps Beim Brennholz

  • Selbst sägen: Wenn Sie Zugang zu Waldholz haben, können Sie durch Eigenarbeit 40 bis 60 Prozent sparen.
  • Frühzeitig kaufen: Holz im Sommer kaufen ist günstiger als in der Heizsaison.
  • Große Mengen: Abnehmer von 5+ Raummetern erhalten oft Mengenrabatte.
  • Richtig lagern: Mindestens 2 Jahre trocken und luftig lagern für optimalen Heizwert und geringe Emissionen.

Berechnen Sie Ihre persönliche Ersparnis mit unserem Kamin-Rechner.