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Taschengeld-Tabelle 2026: Wie viel Geld ist für welches Alter angemessen?

Wie viel Taschengeld soll ich meinem Kind geben? Diese Frage stellen sich Eltern immer wieder. Zu wenig, und das Kind fühlt sich benachteiligt. Zu viel, und es lernt nicht den Wert des Geldes. Im Folgenden finden Sie die aktuelle Taschengeld-Tabelle 2026, die auf den Empfehlungen der Jugendämter basiert. Mit dem Taschengeld-Rechner können Sie den passenden Betrag für Ihr Kind ermitteln.

Warum ist Taschengeld wichtig?

Taschengeld ist weit mehr als nur ein paar Euro in der Woche. Es ist ein wichtiges pädagogisches Instrument:

  • Umgang mit Geld lernen: Kinder lernen, ein Budget einzuteilen und Prioritäten zu setzen.
  • Eigenverantwortung entwickeln: Sie treffen eigene Kaufentscheidungen und tragen die Konsequenzen.
  • Frustrationstoleranz aufbauen: Nicht alles sofort kaufen zu können, ist eine wichtige Lebenserfahrung.
  • Sparen lernen: Kinder erfahren, dass man für größere Wünsche sparen muss.
  • Konsumkompetenz entwickeln: Sie lernen, Werbung und Angebote einzuschätzen.

Die Taschengeld-Tabelle 2026

Die folgende Tabelle basiert auf den Empfehlungen des Deutschen Jugendinstituts (DJI) und der Jugendämter:

Taschengeld für Kinder unter 10 Jahren (wöchentlich)

| Alter | Empfohlenes Taschengeld pro Woche | | :---- | :-------------------------------- | | 4-5 Jahre | 0,50 - 1,00 Euro | | 6 Jahre | 1,00 - 1,50 Euro | | 7 Jahre | 1,50 - 2,00 Euro | | 8 Jahre | 2,00 - 2,50 Euro | | 9 Jahre | 2,50 - 3,00 Euro |

Taschengeld für Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren (monatlich)

| Alter | Empfohlenes Taschengeld pro Monat | | :---- | :-------------------------------- | | 10 Jahre | 18 - 22 Euro | | 11 Jahre | 22 - 25 Euro | | 12 Jahre | 25 - 30 Euro | | 13 Jahre | 30 - 37 Euro | | 14 Jahre | 37 - 45 Euro | | 15 Jahre | 45 - 55 Euro | | 16 Jahre | 55 - 65 Euro | | 17 Jahre | 65 - 75 Euro | | 18 Jahre | 75 - 85 Euro |

Warum wöchentlich und monatlich?

Jüngere Kinder können sich einen Monat noch nicht vorstellen. Eine wöchentliche Auszahlung hilft ihnen, den Überblick zu behalten. Ab etwa 10 Jahren können Kinder mit einer monatlichen Auszahlung umgehen und lernen so, längerfristig zu planen.

Budgetgeld: Die nächste Stufe der Geldkompetenz

Ab einem Alter von etwa 14 Jahren empfehlen Experten zusätzlich zum Taschengeld ein sogenanntes Budgetgeld. Dabei übernehmen Jugendliche die Verantwortung für bestimmte Ausgaben selbst.

Was kann das Budgetgeld abdecken?

  • Kleidung: Die Eltern legen ein monatliches Budget fest, das der Jugendliche eigenständig verwaltet.
  • Schulmaterial: Hefte, Stifte und Bücher werden aus dem Budgetgeld finanziert.
  • Handykosten: Der Jugendliche lernt, sein Datenvolumen und seine Kosten im Blick zu behalten.
  • Hygieneartikel: Shampoo, Duschgel und ähnliche Produkte.

Empfohlene Höhe des Budgetgeldes

  • 14-15 Jahre: 70-90 Euro monatlich (für Kleidung und Handy)
  • 16-17 Jahre: 100-130 Euro monatlich (zusätzlich Schulmaterial)
  • Ab 18 Jahre: 150-200 Euro monatlich (umfassenderes Budget)

Das Budgetgeld kommt zusätzlich zum Taschengeld und ist an feste Zwecke gebunden. Der große Unterschied: Taschengeld darf frei ausgegeben werden, Budgetgeld hat einen bestimmten Zweck.

Das erste eigene Konto

Ein eigenes Girokonto ist ein wichtiger Schritt zur finanziellen Selbstständigkeit. Viele Banken bieten kostenlose Jugendkonten an.

Ab wann ist ein Konto sinnvoll?

  • Ab 7 Jahren: Kinder sind beschränkt geschäftsfähig und können ein Konto eröffnen (mit Zustimmung der Eltern).
  • Ab 10-12 Jahren: Ideal für die monatliche Taschengeldzahlung per Dauerauftrag.
  • Ab 14 Jahren: Eine Debitkarte kann sinnvoll sein, um den bargeldlosen Zahlungsverkehr zu üben.

Kontovollmacht und Grenzen

  • Keine Überziehungsmöglichkeit: Jugendkonten haben in der Regel keinen Dispositionskredit.
  • Kontoeinsicht: Eltern haben bis zur Volljährigkeit Einsicht in das Konto.
  • Bargeldabhebung: Kinder können am Automaten Geld abheben, oft mit einem Tageslimit.

Pädagogische Tipps für den Umgang mit Taschengeld

Regel 1: Regelmäßigkeit

Zahlen Sie das Taschengeld immer zum gleichen Zeitpunkt aus – bei jüngeren Kindern wöchentlich, bei älteren monatlich. Regelmäßigkeit schafft Vertrauen und ermöglicht Planung.

Regel 2: Keine Vorschüsse

Wenn das Taschengeld vor dem nächsten Zahltag aufgebraucht ist, geben Sie keinen Vorschuss. Die Erfahrung, dass das Geld nicht reicht, ist ein wichtiger Lerneffekt.

Regel 3: Kein Taschengeld als Strafe kürzen

Taschengeld sollte nicht als Erziehungsmittel eingesetzt werden. Es dient dem Lerneffekt und sollte nicht an Bedingungen geknüpft sein.

Regel 4: Keine Einmischung

Solange es legal und nicht gesundheitsschädlich ist, darf das Kind sein Taschengeld frei ausgeben. Auch Fehlkäufe sind wichtige Lernerfahrungen.

Regel 5: Über Geld reden

Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind über Geld. Erklären Sie, warum manche Dinge teuer sind, wie man Preise vergleicht und warum Sparen sinnvoll ist.

Regel 6: Sparen fördern

Bieten Sie Ihrem Kind eine Spardose oder ein Sparkonto an. Manche Eltern verdoppeln den gesparten Betrag nach einer bestimmten Zeit als zusätzlichen Anreiz.

Taschengeld und das Gesetz

Der Taschengeldparagraph (§ 110 BGB)

Der sogenannte Taschengeldparagraph regelt, dass Minderjährige ab 7 Jahren selbstständig Käufe tätigen können, sofern sie diese mit ihrem Taschengeld bezahlen. Die Eltern müssen dem einzelnen Kauf nicht zustimmen, solange:

  • Das Kind den Kaufpreis vollständig aus seinem Taschengeld bezahlt.
  • Es sich nicht um Ratenkäufe handelt.
  • Die Ware nicht jugendgefährdend ist.

Gibt es eine gesetzliche Pflicht zum Taschengeld?

Nein, es gibt in Deutschland keine gesetzliche Pflicht, Taschengeld zu zahlen. Die Empfehlungen der Jugendämter sind Orientierungswerte, keine Vorschriften.

Taschengeld bei verschiedenen Familiensituationen

Getrennte Eltern

Auch bei getrennt lebenden Eltern sollte es eine einheitliche Regelung geben. Idealerweise einigen sich beide Elternteile auf einen Betrag und teilen die Kosten.

Mehrere Kinder

Bei mehreren Kindern sollte das Taschengeld dem Alter angepasst sein. Jüngere Geschwister erhalten weniger als ältere – das ist fair und nachvollziehbar.

Knappe Familienkasse

Wenn das Geld knapp ist, passen Sie das Taschengeld an Ihre Möglichkeiten an. Selbst kleine Beträge erfüllen den pädagogischen Zweck. Nutzen Sie den Taschengeld-Rechner, um einen angemessenen Betrag für Ihre Situation zu finden.

Taschengeld-Apps und digitales Geld

In der digitalen Welt lernen Kinder zunehmend auch den Umgang mit elektronischem Geld. Es gibt spezielle Taschengeld-Apps, die den Umgang mit Geld digital abbilden:

Vorteile von Taschengeld-Apps

  • Transparenz: Kinder sehen jederzeit ihren Kontostand und alle Transaktionen.
  • Lerneffekt: Digitale Ausgaben werden sichtbar – Kinder erkennen, wohin ihr Geld fließt.
  • Sicherheit: Kein Bargeld, das verloren gehen kann.
  • Elternkontrolle: Eltern können Limits setzen und Ausgaben nachvollziehen.

Nachteile von Taschengeld-Apps

  • Abstraktion: Geld wird weniger greifbar – jüngere Kinder verstehen den Wert schlechter.
  • Datenschutz: Persönliche Daten des Kindes werden gespeichert.
  • Verfügbarkeit: Nicht überall akzeptiert (Flohmarkt, Bäcker, Schulkiosk).

Empfehlung

Für Kinder unter 10 Jahren ist Bargeld besser geeignet, da es greifbarer ist. Ab 12-14 Jahren kann eine Kombination aus Bargeld und einer Taschengeld-App sinnvoll sein.

Häufige Fragen von Eltern

Ab wann sollte man mit Taschengeld beginnen?

Experten empfehlen den Start ab etwa 4-5 Jahren. In diesem Alter beginnen Kinder, den Wert von Geld zu verstehen und können einfache Kaufentscheidungen treffen.

Was tun, wenn das Kind das Taschengeld sofort ausgibt?

Das ist ein normaler Lernprozess. Widerstehen Sie dem Impuls, das Geld einzuteilen. Stattdessen können Sie gemeinsam überlegen, wie man das Geld besser einteilen kann. Der Lerneffekt kommt von allein, wenn das Geld am Ende der Woche oder des Monats aufgebraucht ist.

Sollte man Taschengeld an Leistungen knüpfen?

Grundsätzlich nein. Taschengeld sollte bedingungslos gezahlt werden, da es primär dem Lerneffekt dient. Zusatzverdienste für besondere Aufgaben (Autowaschen, Rasenmähen) sind davon unabhängig und können durchaus vereinbart werden – diese ersetzen aber nicht das reguläre Taschengeld.

Was tun bei finanzieller Knappheit?

Auch bei knapper Familienkasse ist ein kleines Taschengeld wertvoll. Schon 50 Cent pro Woche für ein 5-jähriges Kind erfüllen den pädagogischen Zweck. Wichtig ist die Regelmäßigkeit, nicht die Höhe. Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind darüber, dass Geld begrenzt ist – auch das ist ein wichtiger Lerneffekt.

Sollen Großeltern Taschengeld geben?

Wenn Großeltern dem Kind Geld geben möchten, ist das grundsätzlich schön. Allerdings sollte es nicht das Taschengeld der Eltern untergraben. Am besten vereinbaren alle Beteiligten klare Regeln.